Mit ihren Unterschriften unter dem Fusionsvertrag haben Wennemar Freiherr von Fürstenberg, Dr. Christian Gloria, Werner Kemper, Volker Koch und Hartmut Hagmann den Krankenhauszusammenschluss offiziell besiegelt. (v.l.)

Alexianer und Klinikum Arnsberg schließen Allianz

[21.07.2017]

Die Krankenhäuser in Arnsberg und Meschede arbeiten künftig unter dem Dach einer gemeinsamen Krankenhausgesellschaft zusammen. 

Die Alexianer, bundesweit mit Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens vertreten, sowie das Klinikum Arnsberg, eines der größten Krankenhäuser in Südwestfalen, haben eine strategische Allianz geschlossen. Ziel ist es, künftig gemeinsam eine breite und hochwertige medizinische Versorgung im schwierigen Versorgungsgebiet des Hochsauerlandkreises zu sichern und auszubauen. 

Gemeinsame Krankenhausgesellschaft entsteht 

Die Alexianer GmbH, bisher über die Alexianer Miseriocordia GmbH als Träger des St. Walburga-Krankenhauses Meschede in der Region aktiv, wie auch St. Johannes und Maria-Stiftung sowie die Stiftung Carolinen-Hospital Hüsten, die bisherigen Trägerstiftungen des Klinikum Arnsberg halten ihr Egagement für die Region aufrecht, künftig als drei Gesellschafter einer starken gemeinsamen Krankenhausgesellschaft. Die St. Johannes und Maria-Stiftung sowie die Stiftung Carolinen-Hospital Hüsten werden künftig jeweils einen Anteil von 36,05 % am Zusammenschluss halten. Die Alexianer Misericordia GmbH Krankenhausträgergesellschaft hält 27,9 % der Gesellschaftsanteile und bleibt so langfristig als starker Partner in und für die Region erhalten. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von 30 Jahren. 

Verträge besiegelt 

Mit ihren Unterschriften unter dem Fusionsvertrag haben Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg, Volker Koch, Geschäftsführer Klinikum Arnsberg, Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH und Geschäftsführer St. Walburga-Krankenhaus Meschede, Wennemar Freiherr von Fürstenberg, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Carolinen-Hospital sowie Dr. Christian Gloria, Kuratoriumsmitglied und Bevollmächtigter der St. Johannes- und Maria-Stiftung am Mittwoch, den 19.07.2017 die gemeinsame Zukunft offiziell besiegelt.

Positives Votum der Gesellschafter 

Vorausgegangen waren der Vertragsunterzeichnung bereits in der letzten Woche von der regional historischen Tragweite der anstehenden Entscheidung geprägte Beratungen der Gesellschafterversammlungen der Klinikum Arnsberg GmbH sowie der Alexianer-Misericordia GmbH. Beide Versammlungen hatten sich nach intensiver und konstruktiver Diskussion im Ergebnis einstimmig für die Fusion ausgesprochen.

Strategie mit Leben füllen 

Sehr zufrieden zeigten sich Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg GmbH und Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH. „Ich halte es für einen notwendigen und verantwortungsvollen Schritt, sich gemeinsam und damit gestärkt für die wachsenden Herausforderungen der Zukunft aufzustellen“, sagte Kemper. „Das Zentren-/Standortkonzept liegt vor und ist kommuniziert. Dies gilt es jetzt mit Leben zu füllen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Prozess einzubeziehen und ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Ausgestaltung der künftigen Versorgungsstrukturen einzubinden“, ergänzte Hagmann und fügt an „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los“. 

Kündigungsschutz für die Belegschaft 

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben die nun unterzeichneten Verträge Sicherheit, nämlich die Verpflichtung, aus Anlass der Fusion keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Versetzungen zwischen den Standorten können dabei aber in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden. 

Standortsicherung durch Vetorecht des Minderheitsgesellschafters 

Hagmann informierte, dass für den Standort St. Walburga-Krankenhaus Meschede in den geschlossenen Verträgen besondere Schutzrechte festgeschrieben sind. Demnach kann von der gemeinsamen Krankenhausgesellschaft künftig keine Schließung und Umwandlung des Mescheder Krankenhausstandortes beschlossen werden, da dies einer vorherigen Zustimmung der Alexianer Misericordia GmbH bedürfe. Gleiche Schutzrechte bestehen für die bisherigen Trägerstiftungen der Arnsberger Standorte. 

Aufsichtsratsmandate für Interessenvertreter der Belegschaft

Die Mitarbeitervertretungen (MAV), also die aus demokratischen Wahlen hervorgegangenen Interessenvertreter der Arnsberger und Mescheder Belegschaft werden künftig mit insgesamt drei Sitzen im Aufsichtsrat der gemeinsamen Krankenhausgesellschaft eine starke Position einnehmen und von Anfang an bei allen Entscheidungen und Planungen beratend beteiligt. Ein Verfahren, welches sich bereits in Arnsberg bewährt hat, für die Mescheder Belegschaft jedoch absolut neu ist. Die Mescheder Belegschaft erhält dabei einen eigenes Mandat für die volle Wahlperiode der bestehenden MAV und gewinnt somit nie dagewesene Mitwirkungsrechte in Organen der neuen Krankenhausgesellschaft. 

Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums 

Im neuen Aufsichtsrat der gemeinsamen Krankenhaus-Gesellschaft sind künftig insgesamt 12 Mandate ausgewiesen. Sieben Sitze für die bisherigen Trägerstiftungen des Klinikum Arnsberg, zwei Sitze für die Alexianer Misericordia GmbH Krankenhausträgergesellschaft und drei beratende Sitze für die Mitarbeitervertretung aus Arnsberg und Meschede. 

Genehmigungsverfahren läuft noch 

Die Zustimmung der Genehmigungsbehörden, der kirchlichen Stiftungsaufsicht sowie die Aufnahme der neuen gemeinsamen Krankenhausgesellschaft in den Krankenhausplan NRW stehen derweil noch aus. Erst wenn diese vorliegen, wird die Fusion rechtswirksam. Man arbeitet darauf hin, bis Anfang des 4. Quartals 2017 die erforderlichen Genehmigungen auf dem Tisch zu haben. 

Spekulationen Absage erteilt 

Gezielt und wiederholt geschürten Gerüchten, die den Erhalt des Standortes St. Walburga-Krankenhaus als vollwertiges Krankenhaus in Zweifel ziehen, erteilten Kemper und Hagmann abermals eine klare Absage. „Die am 14.06.2017 der Öffentlichkeit vorgestellte zukünftige Strategie zum Zentren-/Standortkonzept ist inzwischen Gegenstand der offiziellen Krankenhausplanung des Landes NRW. Das dazu gesetzlich vorgeschriebene Anhörungsverfahren ist vom Ministerium eingeleitet und lässt keinen Raum für Spekulationen darüber, ob das Klinikum Arnsberg sich „Filetstücke“ aus dem Walburga-Krankenhaus zieht“ so Kemper. Für die Zukunft sei es entscheidend, dass aus zwei Krankenhaus GmbHs ein gemeinsames Krankenhausunternehmen mit gemeinsamen Versorgungsschwerpunkten in 12 Zentren an den Standorten Arnsberg und Meschede entsteht. 

Eckdaten der gemeinsamen Krankenhausgesellschaft 

Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Klinikum mit künftig 927 Planbetten (226 St. Walburga-Krankenhaus und 701 Klinikum Arnsberg), rund 2.250 Beschäftigten (ca. 1.750 Klinikum Arnsberg und ca. 500 St. Walburga-Krankenhaus) vier Standorten und jährlich ca. 41.000 stationär versorgten Patienten (ca. 30.000 Klinikum Arnsberg und ca. 11.000 St. Walburga-Krankenhaus).

Informierten im Rahmen der Pressekonferenz am 21.07. über den Zusammenschluss:
(v.l). Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer, Alexianer Misericordia GmbH, Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung, Klinikum Arnsberg, Heinz Hückelheim, Vorsitzender Mitarbeitervertretung St. Walburga-Krankenhaus Meschede, Anja Rapos, Geschäftsführerin St. Walburga-Krankenhaus Meschede, Volker Koch, Geschäftsführer Klinikum Arnsberg

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