Historie

Entstehung und Entwicklung des St. Walburga-Krankenhauses Meschede

Der erste Gedanke an die Errichtung einer Krankenanstalt in Meschede reifte am 28. September 1848, als man das goldene Priesterjubiläum des Landdechanten und Pfarrers Ernestus Böschen feierte. In seiner Glückwunschrede griff der damalige Landrat Böse den großen Wunsch des Jubilars nach einer Pflegeanstalt für arme Kranke auf.

Trotz der dort gesammelten Spenden brauchte es weitere drei Jahre, um das benötigte Kapital zusammenzutragen. Dank der Unterstützung vieler Gönner und Freunde konnte endlich 1851 ein Haus in der Stadt erworben werden.

Nach wiederholten inständigen Bitten der Mescheder entsandte 1854 das Mutterhaus in Münster zwei Barmherzige Schwestern in die Krankenanstalt nach Meschede. Am 13. August 1854 wurde dieses Ereignis in der Kirche verkündet, weshalb dieser Tag auch als die offizielle Eröffnung der Krankenanstalt, der „Ernestinischen Stiftung“, galt. In den darauffolgenden Jahren wurde die Ernestinische Krankenanstalt aus Platzmangel mehrfach ausgebaut.

Besondere, vor allem auch finanzielle Unterstützung erfuhr die Ernestinische Stiftung fortlaufend durch den ortsansässigen Grafen Clemens August von Westphalen.

Im ersten Weltkrieg (1914 – 1918) war das Haus überbelegt und wurde zu klein. Für einen Neubau fehlte aber das Geld, so dass man sich schließlich erneut an das Mutterhaus der Clemensschwestern in Münster wandte.

Mit der Hilfe des Mutterhauses sowie des damaligen Krankenhausvereins konnte am 15. Juli 1934 am Schederweg in Meschede der Grundstein für das neue Krankenhaus gelegt werden. Bereits am 16. Mai 1936, nach einer unvorstellbar kurzen Bauzeit für so ein großes Projekt, konnte das St. Walburga-Krankenhaus eingeweiht und in Betrieb genommen werden. Von der Presse wurde das neue Krankenhaus als das modernste Krankenhaus des Sauerlandes beschrieben. Das St. Walburga-Krankenhaus begann mit 150 Betten, 3 Operationssälen, einer Röntgenabteilung, medizinischen Bädern und anderen Einrichtungen. Es gab eine Abteilung für Kinder, Wöchnerinnen, für Frauen, für Männer, eine Licht- und Luftstation für Lungenkranke, eine Privatstation, eine Isolierstation und eine Abteilung für Schwerkranke. 28 Clemensschwestern waren damals für die pflegerische Betreuung der Kranken zuständig.

Die Ernestinische Stiftung wurde vom Mutterhaus in Münster zu einem Altersheim umgebaut.

Den ersten Erweiterungsbau erfuhr das St. Walburga-Krankenhaus 1940, als eine neue Isolierabteilung mit 80 Betten errichtet wurde. Das Haus ist heute noch als Rochushaus“ bekannt.

Die Kriegswirren im zweiten Weltkrieg überstand das St. Walburga-Krankenhaus mit viel Glück ohne große Schäden. In dieser Zeit versorgte das Krankenhaus auch als Teillazarett viele Kriegsverwundete. Die Typhusepidemie 1945/1946 wurde ebenfalls gut gemeistert.

In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten überschlugen sich die Ereignisse am St. Walburga-Krankenhaus förmlich. Neue Strukturen und Abteilungen entstanden, das Krankenhaus wurde fortlaufend um- und angebaut.

Alleine im Jahr 1956 wurden eine neue gynäkologische-geburtshilfliche Abteilung mit 44 Betten, eine neue Röntgenabteilung und neue Operationsräume errichtet. Im selben Jahr wurde dann noch eine Krankenpflegeschule etabliert und ein neues Schülerinnenwohnheim geschaffen.

Auch in den 1960er Jahren wurde weiterhin viel Geld für Bauprojekte investiert:
Erweiterungsbauten, Neuordnung mit einer Frühgeburtenstation, Krankenstationen, Labor-Neubau, Ambulanzen, Kreißsäle, Radium-Bestrahlungs-Bunker, Verwaltung, Küchen-Erweiterung, OP-Anbau, Krankenpflegeschule mit Schülerinnenwohnheim, Ärzte-Casino, Schwesternwohnheim „Haus Hildegard“, Schwesternaltenwohnheim „Euthymiahaus“, Fernheizwerk, Werkstätten für die Handwerker und Zentralwäscherei.

Traurige Berühmtheit erlangte das St. Walburga-Krankenhaus über das Sauerland und sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus Anfang 1970, als ein Mescheder aus Pakistan die Pockenkrankheit mitbrachte. 21 Menschen erkrankten zum Teil schwer an dieser in Deutschland schon fast vergessenen Seuche, und 4 Menschen fanden den Tod, 260 Kontaktpersonen wurden isoliert.

Trotz dieses tragischen Schicksals entwickelte sich das St. Walburga-Krankenhaus weiter. Diverse Baumaßnahmen, Renovierungen und Umstrukturierungen prägten die kommenden Jahrzehnte. Die Medizin entwickelte sich und es wurde fortlaufend in modernste Medizintechnik investiert.

Die wichtigsten Bauprojekte sind die Neuordnung der Röntgenabteilung (1975-1976), der Einbau einer Intensivstation (1977-1978), die Errichtung einer Dialyseabteilung mit nephrologischer Ambulanz (1979-1980), die Neuordnung und Erweiterung des Labors (1981-1982), die OP-Sanierung mit Verlegung der chirurgischen Unfallambulanz und Schaffung von Aufwachraum und Schleusen sowie einer Zentralsterilisation und einer neuen Intensivstation (1988-1992), der Bau eines Ersatzbettenhauses (1994-1999), der Umbau der Eingangshalle (2000-2001), der Bau eines Parkplatzes (2001-2002), die Erweiterung der Dialyseabteilung sowie der Dienstgruppe Hämatologie und internistische Onkologie (2002-2004), der Umbau der Krankenpflegeschule (2003-2005) sowie die Erweiterung des alten Bettenhauses mit Einbau von Nasszellen in vier Etagen (2003-2008).  

Ein Meilenstein setzte die Krankenpflegeschule 2004, als sich das St. Walburga-Krankenhaus mit seinen Verbundpartnern, der Elisabeth-Klinik in Bigge-Olsberg, dem Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft und dem St. Franziskus-Hospital in Winterberg zu einer Verbundkrankenpflegeschule zusammenschloss.

Besonders wichtig war in diesem Jahrzehnt auch die erfolgreiche Einführung des Qualitätsmanagements, die Ende 2005 mit dem ersten QM-Zertifikat belohnt wurde. Seit März 2007 sind alle Bereiche des Krankenhauses nach DIN EN ISO 9001 QM-zertifiziert. Regelmäßige erfolgreiche Qualitätsmanagementaudits durch den TÜV NORD CERT belegen dem St. Walburga-Krankenhaus einen hohen Standard und eine kontinuierlich gute Qualität.

Das St. Walburga-Krankenhaus geht weiterhin mit der Zeit, schafft neue Strukturen, modernisiert und baut. Als Bauprojekte standen die Modernisierung der Zentralsterilisation (2006), der Umbau der Zentralwäscherei zum Patientenarchiv (2007), der Neubau einer Zentralküche und Umbau des Hauses Lioba mit Erstellung eines Wirtschaftshofes (2007-2008), Umbau der alten Zentralküche zur Cafeteria (2009-2010) sowie der Neubau der Entbindungsabteilung (2010-2011) im Vordergrund.

Einen weiteren Meilenstein gab es Ende 2009, als nach vielen Vorbereitungen mit kompetenten Partnern das Darmzentrum Hochsauerland am St. Walburga-Krankenhaus gegründet wurde. In 2011 wurde es erfolgreich zertifiziert.

Das neueste Zeichen der Zeit hat die Verbundkrankenpflegeschule gesetzt, nachdem im April 2012 der erste Teilzeitkurs startete. Außerdem dürfen wir seit Juli 2012 die Nephrologische Gemeinschaftspraxis Camen-Jahnz-Nölle als Kooperationspartner in der neu am St. Walburga-Krankenhaus erbauten Praxis begrüßen. Hiermit wurde ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur engeren Verzahnung von ambulanter Versorgung und stationärer Behandlung im Krankenhaus getan.

Wir sind uns sicher, dass sich das St. Walburga-Krankenhaus auch zukünftig erfolgreich weiterentwickeln und seinen Versorgungsauftrag mit einem breiten Leistungsspektrum  auf gewohnt hohem medizinischen, technischen und baulichen Niveau wahrnehmen wird. Dabei denken wir gerne an die vergangenen Jahrzehnte und die vielen engagierten Ordensschwestern, Mitarbeiter, Förderer, Partner und Freunde des Hauses zurück, die sich tatkräftig für das St. Walburga-Krankenhaus eingesetzt und es entscheidend geprägt haben.