Hygiene im St. Walburga-Krankenhaus

Zu den originären Aufgaben eines Krankenhauses gehören eine konsequente Hygienepolitik, deren Einhaltung und Überwachung sowie die Vermeidung von Infektionen.

Aufgrund unseres Verständnisses einer umfassenden Qualitätspolitik ist Hygienemanagement explizit  als zentraler Bestandteil formuliert und als solcher verbindlich von den Gremien, Führungsverantwortlichen und der Geschäftsführung verabschiedet.

Gerne geben wir Ihnen einen Einblick in das Hygienekonzept unseres Klinikenverbundes. Unser Anliegen ist eine transparente Darstellung der schon länger bestehenden vielfältigen Aktivitäten und Maßnahmen unserer Klinik, sowie auch zukünftiger Entwicklungen. So enthält die seit dem 01.01.2010 geänderte und in Kraft gesetzte Krankenhaushygieneverordnung Nordrhein-Westfalen weit reichende Anforderungen an ein Krankenhaushygienekonzept, die von den Kliniken unseres Verbundes  bereits jetzt schon in vielen Bereichen umgesetzt sind. Darüber hinaus arbeiten unsere Experten in der Hygienekommission an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Optimierung dieses Konzeptes und der Datenbasis.

Hygienekonzept

Das Hygienekonzept des St. Walburga-Krankenhauses lässt sich zusammenfassen unter der Maxime „Praktizieren einer sinnvollen Standardhygiene bei allen Patienten kombiniert mit spezifischer Risikoabwägung im Einzelfall". Zum Konzept gehören fünf Eckpunkte:

1. Struktur
Hierzu zählen z. B. die Festlegung der Zuständigkeiten und der Verantwortlichkeiten, Einrichtung der Hygienekommission und die Erstellung und Pflege der Hygienepläne.

2. Kennzahlen
Das Kennzahlensystem umfasst u. a. Keim-/Resistenzstatistiken, Anteil MRSA / SA, MRSA - Infektionen pro 1.000 Pflegetage, Daten Hand-KISS (in Anlehnung an die Aktion „Saubere Hände“), Daten Intensiv-KISS / OP-KISS und Daten aus der externen Qualitätssicherung nach § 135 SGB V.

3. Antibiotikaleitlinie
An unserem Krankenhaus werden jährlich die Keimresisistenzstatistiken ("Resistenzlage") und die Antibiotikaverbrauchsdaten aktualisiert. Die Ergebnisse werden von den Experten vor Ort ausgewertet und an die Antibiotikaleitlinie angepasst. Zusätzlich werden diese Ergebnisse mit Hilfe externer Fachspezialisten nochmals überprüft.

4. MRSA - Management
Hierzu zählt u. a. die Etablierung eines Risikogruppen-Screenings, die Erfassung und Dokumentation der Fälle sowie die Ableitung von Maßnahmen.

5. sauberes Krankenhaus
Hierunter verstehen wir alle Maßnahmen in unserem Krankenhaus, die ergänzend zu den klinischen Hygienemaßnahmen zu einem gepflegten, sauberen und aufgeräumten Eindruck beitragen (z. B. dem Vermeiden einer "Zettelwirtschaft" oder der Einhaltung von Ordnung und allgemeiner Sauberkeit).

6. Information/Kommunikation
Wichtig ist die interne, als auch die externe Kommunikation und Information aller Beteiligten und Interessieren z. B. via Intranet/Internet, im Rahmen der Einführung neuer Mitarbeiter durch Schulungen und Vor-Ort-Begehungen, Workshops, etc.

Hygienekommission

Eine in der Regel viermal jährlich tagende Hygienekommission mit entsprechender Besetzung nimmt ihre Aufgaben (z. B. Fortschreibung der Hygienepläne, Erstellung der Fortbildungspläne, Erörterung der Kennzahlen, Ableitung von Maßnahmen etc.) für die einzelnen Abteilungen des Krankenhauses wahr. Die Arbeitsweise der Hygienekommission ist in Form einer Geschäftsordnung festgelegt.

Hygienepläne

Krankenhäuser sind gemäß § 36 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) verpflichtet, in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festzulegen. Für das St. Walburga-Krankenhaus  sind diese im allgemeinen Hygienehandbuch und in speziellen Hygieneplänen für spezielle Abteilungen im Intranet elektronisch hinterlegt und für die Mitarbeiter zugänglich, da dieses Medium die erforderliche zeitnahe Aktualisierung (Beispiel Auftreten der „Schweinegrippe“ 2009) und Pflege der Dokumente ermöglicht.

Kennzahlen

„Miss es, oder vergiss es“ – dieser Leitspruch des Qualitätsmanagements gilt auch für das Hygienekonzept. Neben der Dokumentation und Aufzeichnung der meldepflichtigen Erkrankungen nach dem IfSG, den gesetzlichen Vorgaben der externen Qualitätssicherung nach § 136 SGB V, regelmäßigen Kontrollen und mikrobiologischen Beprobungen des Trinkwassers, Proben in den Küchenbereichen, sowie den Funktionsbereichen (z. B. OP, Endoskopie) werden strukturiert Kennzahlen zu Infektionen und Resistenzentwicklungen erhoben, verglichen und Maßnahmen abgeleitet. Hierzu zählen beispielsweise die Anzahl der MRSA - Fälle pro 1.000 Pflegetage, der prozentuale Anteil von MRSA an SA, sowie der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel pro Pflegetag (HAND-KISS).

Ziele sind die Herstellung einer vergleichbaren und transparenten Datensammlung und deren verständliche Aufbereitung auch für die Öffentlichkeit. So muss bei der Bewertung und Interpretation von Ergebnissen erkenntlich sein, ob es sich bei einer „Infektionsrate“ um die „im Krankenhaus“ (so genannte nosokomiale) oder „ambulant“ erworbene Infektion handelt oder ob es sich bei der Anzahl der Keimbefunde um eine „Besiedlung“ ohne Krankheitswert oder Infektion mit Krankheitswert handelt.