Krankenpflegeprozess

Krankenpflegeprozess

Darunter versteht man die systematische, patientenorientierte Pflegeplanung und deren Durchführung mit dem Ziel: Auf systematische Art und Weise den Bedürfnissen des Patienten in der pflegerischen Betreuung zu entsprechen.

Der Pflegeprozess ist ein kontinuierlicher zwischenmenschlicher Beziehungsprozess, wobei der Pflegende und der Gepflegte zueinander in Kontakt treten, um gemeinsam ein Ziel - das Pflegeziel - zu erreichen. Hierbei stehen Pflegepersonal und Patient zueinander in einer Wechselwirkung und beeinflussen ihr Verhalten gegenseitig.

Der Pflegeprozess

Die Pflegeanamnese hat das Ziel, den Patienten in seiner Gesamtheit zu erleben, ihm als Persönlichkeit mit seinem sozialen Hintergrund kennen zu lernen, seine Fähigkeit und Einschränkungen zu erfassen, den Grad seiner Hilfsbedürftigkeit abzuklären und herauszufinden, welche pflegerische Hilfe er in seiner momentanen Situation braucht. Die Pflegenden orientieren sich an bei der Datenerfassung an das Pflegemodell von Nancy Roper.

In diesem Model sind die zwölf grundlegenden sich gegenseitig ergänzenden Lebensaktivitäten von jedem Menschen beschrieben:

  1.     Schlafen
  2.     sich bewegen
  3.     sich sauberhalten und kleiden
  4.     Essen und Trinken
  5.     Ausscheiden
  6.     die Körpertemperatur regulieren
  7.     Atmen
  8.     für Sicherheit der Umgebung sorgen
  9.     sich beschäftigen
  10.     Kommunizieren
  11.     Sterben
  12.     sich als Mann oder Frau fühlen

Die so gewonnenen Daten werden in der Pflegedokumentation festgehalten. Die Pflegedokumentation ist ein kontinuierlich den Krankheitsverlauf des Patienten begleitendes Protokoll über den Zustand seiner Pflegeabhängigkeit bei der Aufnahme, die verordneten Pflegemaßnahmen und ihre Wirkungen und seinen Entlassungszustand. Das Standard-Dokumentationssystem im St. Walburga-Krankenhaus bildet die Informationsquelle, an dessen Zustandekommen ärztliches und pflegerisches Personal gleichermaßen beteiligt sind und aus dem beide Nutzen ziehen.  Die Pflegedokumentation soll zu jedem Zeitpunkt aktuell über Soll und Ist, den Zustand des Patienten und der für ihn und an ihm durchgeführten Leistungen Auskunft geben.

Damit die Pflegedokumentation eindeutig definiert werden kann, wird in der Pflege mit Pflegestandards gearbeitet.  Pflegestandards führen zu einer Verbesserung der Qualität, Optimierung der Arbeitsabläufe und gewährleisten darüber hinaus eine kalkulierbare Ausbildungs- und Einarbeitungssituation. Die Pflegestandards werden handlungsorientiert entwickelt und sind auf die speziellen Bedürfnisse des St. Walburga-Krankenhauses  zugeschnitten. An der Weiterentwicklung sind Fachleute aus der Pflegepraxis, der Hygiene, aus der innerbetrieblichen Fortbildung sowie aus der Aus-, Fort- und Weiterbildungsstätte beteiligt. Pflegestandards ermöglichen eine einheitliche und transparente Dokumentation. Somit haben die Mitarbeiter im Pflegedienst ein effektives Mittel zur Erledigung von zeitraubender Routinearbeit zur Verfügung.