Sie freuen sich über die positiven Rückmeldungen: Das im Auftrag der gemeinnützigen Organisation DKMS LIFE von Kosmetikexpertin Marion Wehmeier-Kissel (l.) und Saskia Kiewel, leitende Stationsschwester im St. Walburga-Krankenhaus Meschede, gemeinsam organisierte Schminkseminar für Krebs-Patientinnen fand bei den zehn Kurs-Teilnehmerinnen hervorragenden Anklang. "Zwei unvergessliche Stunden" seien es gewesen, hieß es begeistert im Schluss-Statement der Runde.

Zwei unvergessliche Stunden bescheren Krebs-Patientinnen neues Selbstwertgefühl

[16.09.2013]

Diagnose Krebs! Zehn Patientinnen, die allesamt das gleiche Schicksal  eint. Mal mehr, mal weniger intensiv müssen sie gegen das Tumorleiden ankämpfen. Doch deswegen verzagen? Nein – die Betroffenen möchten dem Alltag wohlige, ermutigende Facetten abgewinnen. Möchten Selbstwertgefühle aufbessern, obendrein unbeschwerte Momente genießen – und wenigstens einen Nachmittag lang nicht an Bestrahlungen, Chemotherapien oder gar Operationen denken. Deshalb meldeten sie sich im vergangenen Frühsommer für das jetzt vom Mescheder St. Walburga-Krankenhaus und der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS LIFE zusammen ausgerichtete Schminkseminar an – motiviert von dem Wunsch, „Freude am Leben“ zu spüren. Ein Untertitel, von dem sich jede der Damen inspirieren ließ.

Kosmetikexpertin Marion Wehmeier-Kissel, der Gast aus Köln, trifft sofort den richtigen Ton. Mit sympathischer Unbefangenheit erläutert sie, welche Regeln für ein perfektes Make-up gelten. Doch vorab gibt sie der Runde nützliche Tipps, wie die Zuhörerinnen sich und ihrer Haut, dem „Spiegel der Seele“, viel Gutes tun können. So lernt der Kreis von der Reinigungsmilch bis zum Concealer die zur Verfügung gestellten Produkte nach Belieben auszuprobieren. Auch die eingangs zaghafteren Charaktere greifen inzwischen immer beherzter zu den vor ihnen ausgebreiteten Utensilien.

Wachsende Begeisterung

Wer sich bei der Handhabung als eher ungeübt erweist, dem steht Wehmeier-Kissel prompt zur Seite: Sie assistiert, berät oder demonstriert stets locker-leger, was später beim Auftragen daheim unbedingt zu beachten ist: „Mit der Pflegecreme zunächst die Wangen einreiben“, lautet eine der Empfehlungen, „weil jene Partien gewöhnlich am trockensten sind, danach Stirn und Hals bearbeiten.“ Auf diese Weise erfahren die Frauen noch manch anderes, wissenswertes Detail über einzelne Präparate - und wie die  am besten wirken. Nach den ersten, von wachsender Begeisterung begleiteten Grundübungen folgt die Kür: der Umgang mit Wimperntusche, mit Rouge, mit Augenbrauen-, Kajal- und Lippenstift. Abermals führt  Wehmeier-Kissel vor, welche aparten Effekte durch die kleinen „Verschönerer“ möglich sind. Oberste Devise dabei: Den eigenen Typus ausdrucksvoll zu betonen.

Längst ist innerhalb der Gruppe die anfängliche Zurückhaltung einem munteren Plauderton gewichen:  Fröhlich wird gelacht, gescherzt - die Teilnehmerinnen helfen einander gegenseitig, sparen nicht mit Komplimenten: „Toll sehen Sie aus“, lobt eine Mittvierzigerin die neben ihr sitzende, deutlich ältere Nachbarin, nunmehr attraktiv gestylt. „Unsere Männer“, schmunzeln die Zwei und stecken vielsagend die Köpfe zusammen, „erkennen uns nachher gar nicht wieder.“ Einmal ins Gespräch gekommen, erzählen sie beredt von ihren Familien, ihren Kindern, von persönlichen Belangen generell. Die Krankheit, sie rückt unterdes weit in den Hintergrund. Umso glücklicher beobachtet derweil die Referentin den begonnenen Austausch: „Normalität, dazu ein wenig Sorglosigkeit und neue Ich-Stärke  – das war’s, was wir erreichen wollten.“

Unvergessliche Stunden

Ähnlich zufrieden darf am Ende Saskia Kiewel sein, leitende Stationsschwester in der onkologischen Abteilung der Kreisstadt-Klinik und obendrein die verantwortliche Organisatorin: Im Schluss-Statement über den Workshop heißt es aus der Zehner-Schar unisono, dass es „jammerschade gewesen wäre, diese zwei unvergesslichen Stunden verpasst zu haben“. Gibt es eine erfreulichere Rückmeldung?  

Der nächste Termin innerhalb dieser Reihe: Freitag, 22. November 2013, ab 15 Uhr im Versammlungsraum des St. Walburga-Krankenhauses. Teilnahme nur nach Voranmeldung ab sofort unter der Rufnummer Tel. (0291) 202 1040 – Station 4.