Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz: Ein Thema, über das am Mittwoch, 13. November, Chefarzt Dr. Daniel Gießmann (Kardiologie) im Veranstaltungssaal des St. Walburga-Krankenhauses referiert. Außerdem wird er darlegen, wie sich dieser Volkskrankheit am besten begegnen lässt. Beginn des Vortrags: ab 18.30 Uhr.

... wenn die "Pumpe" nicht mehr richtig funktioniert: Herzinsuffizienz ist Thema beim nächsten Patientenforum

[08.11.2013]

Bergwanderungen wurden mit Leichtigkeit absolviert, beim Treppensteigen problemlos gleich mehrere Stufen übersprungen. Bis plötzlich eines Tages die Luft weg blieb – und immer wieder kleine, zwischenzeitliche Pausen fällig waren. „Was Viele in solchen Situationen gern mit Handicaps eines zunehmenden Alters zu rechtfertigen versuchen“, weiß Dr. Daniel Gießmann, Chefarzt der Kardiologie des St. Walburga-Krankenhauses, aus langer Erfahrung, „weist häufig schwerwiegendere Gründe auf – chronische Herzschwäche.“  Über deren Diagnose bzw. Therapie spricht der Spezialist am Mittwoch, 13. November, ab 18.30 Uhr im Versammlungssaal des St. Walburga-Krankenhauses.

Eingeladen zu dem Vortrag sind vor allem Betroffene, deren Angehörige, darüber hinaus interessierte Besucher aus Meschede und Umgebung. Organisiert wird der Abend in enger Kooperation mit der Deutschen Herzstiftung - aus Anlass der von ihr regelmäßig anberaumten Themenwochen. Die sollen über aktuelle Gesundheitsrisiken aufklären, dadurch mithelfen, etwaige Informationslücken zu beseitigen. 

Schleichender Beginn

Herzschwäche gehört längst zu den großen Volkskrankheiten, wie die folgenden Zahlen belegen: Aktuellen Schätzungen zufolge leiden an ihr allein in Deutschland zwei bis drei Millionen Bundesbürger, pro Jahr sind 370.000 gezwungen, sich einem Klinik-Aufenthalt zu unterziehen. Bei nahezu 50.000 Menschen endet der Verlauf im fortgeschrittenen Stadium sogar mit dem Tode.

Dabei beginnt die Insuffizienz – immer das Resultat anderer, sich rund ums Herz rekrutierender Krankheitsbilder - eher schleichend, ist zunächst kaum bemerkbar, weist anfangs einen nahezu unspektakulären Hergang auf. „Später sind Anzeichen wie  Atemnot, Leistungsminderung, Müdigkeit sowie Wassereinlagerungen in Beinen und Knöcheln erste deutliche Alarmsignale“ –  nach Gießmanns Worten dadurch bedingt, dass die „Pumpe“ an den Körper nicht mehr genügend Blut abgibt. Weder Sauerstoff noch Nährstoffe würden dann in angemessener Weise weitergeleitet, wodurch neben dem Herzen letztlich auch Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln beeinträchtigt seien – bis schließlich der gesamte Organismus massiv belastet werde. 

Rechtzeitige Prävention

„Da bestimmte Prozesse irgendwann nicht mehr umkehrbar sind, sollten schon geringste Verdachtsmomente ausreichen, um sich gründlicher mit aufgetretenen Symptomen zu befassen“, rät der Kardiologe zu rechtzeitiger Prävention. So könnten bereits Ultraschallaufnahmen, das Belastungs-EKG, überdies moderne Röntgen- oder Katheteruntersuchungen dazu beitragen, wichtige Erkenntnisse über den jeweiligen Grad der Ausprägung zu liefern. „Der altbewährte Grundsatz – ,je früher, desto besser` – , er bewahrheitet sich hier erneut.“

Als oberstes Ziel sämtlicher therapeutischen Maßnahmen nennt Gießmann die stets am konkreten Fall ausgerichtete Verbesserung der Lebensqualität: Sie setze jedoch zuvor eine intensive Ursachenforschung für die reduzierte Blutzufuhr voraus. „Mal hilft die perfekte, medikamentöse Einstellung weiter, mal die Bypass-Operation, mal der Einsatz spezieller Schrittmacher. Hauptsache, die jeweilige Pumpkraft lässt sich wieder steigern.“

Ausgewogene Ernährung

Zudem – Stichwort „Bewegung“ - könne der Einzelne selbst unterstützend tätig werden, beispielsweise durch sportlich ausgerichtete Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren oder Nordic Walking. Bei der Aufzählung dessen, was konsequente, persönliche Mitwirkung bedeutet, vergisst der Mediziner nicht die ausgewogene Ernährung sowie Verzicht auf Nikotin und Alkohol zu erwähnen.

Im Anschluss an das Referat – darin inbegriffen die Fragerunde für Besucher - besteht Gelegenheit, unter sachkundiger Führung die neu geschaffenen kardiologischen Fach- und Funktionsräume der Klinik zu besichtigen. Anmeldungen sind nicht erforderlich, für die gesamte Veranstaltung wird kein Eintritt erhoben.

www. herzstiftung.de