Das St. Walburga-Krankenhaus war am dritten Adventswochenende Ziel der "Wolltäter": Die zeichnen während der Vorweihnachtszeit mit ihren Stoff-Objekten soziale Institutionen aus, denen öffentliche Anerkennung für das drinnen geleistete Engagement gebührt.
Ein weiterer Blickfang der "Wolltäter"-Aktion: Die Sitzbank unweit des Parkplatz-Geländes wurde von den bislang unbekannt gebliebenen Akteuren ebenfalls verziert. Ihre Botschaft: "Etwas Kuscheliges für Orte, an denen Menschen für andere Menschen da sind."

Stoff-Schlange ziert Krankenhaus-Foyer: "Wolltäter" bedanken sich bei Mitarbeitern

[16.12.2012]

Sie haben es wieder getan – jetzt, an diesem Wochenende. Sind zu früher Stunde durch die Stadt gepirscht. Und kannten offenbar nur ein Ziel, wie schon in den vergangenen Adventswochen vorher: Wo gibt’s in Meschede weitere soziale Einrichtungen, denen öffentliche Anerkennung gebührt – für die jeweils drinnen aufopferungsvoll geleistete Arbeit? Institutionen, die der Presse zufolge - so berichtet die Zeitung regelmäßig über jeweilige Stippvisiten - gerade prädestiniert dafür sind, heimliche Besuche der so genannten "Wolltäter" zu erhalten?

Am Schederweg müssen die Akteure dann fündig geworden sein: Jedenfalls wird dort, im Eingangsbereich des St. Walburga-Krankenhauses, die Stütz-Strebe der Foyerüberdachung seit Samstagmorgen mit einer bunten Stoff-Schlange verziert. Schön anzusehen, wie geschmeidig sich das Knäuel um den Pfeiler windet. Natürlich: die Anspielung auf den Äskulap-Stab, Symbol des medizinischen Berufsstandes - in Erinnerung an jenen laut griechischer Mythologie sagenumwobenen Gott der Heilkunde. Über ihn wurde ehedem kolportiert, einen Toten zum Leben erweckt zu haben.

Begleit-Brief

Wenige Schritte von dem Blickfang entfernt, an der metallernen Sitzbank unweit des Parkplatz-Geländes festgezurrt, prangte ein zweites, auffälliges Textil-Objekt. Was die letztlich bezwecken sollen, ging aus dem beigefügten Begleit-Brief hervor: „Etwas Kuscheliges für Orte“, stand auf dem angehefteten Etikett-Zettelchen in fein-säuberlicher Schrift, „an denen Menschen für andere Menschen da sind.“

Und noch eine andere Botschaft hinterließen die Unbekannten in ihrem Bekenner-Schreiben:  „Danke“, hieß es auf der Rückseite, „danke …
-    dass Sie Leben retten,       
-    dass Sie zahlreiche Überstunden leisten, z.B. in der Geburtshilfe,
-    für den seelischen Beistand,
-    für die christliche Ernsthaftigkeit.“

Dass ihr Engagement auf derlei ungewöhnliche Weise gewürdigt wird, empfanden die Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als höchstallerliebst. Gleichzeitig interessierte es sie brennend: Wer versteckt sich bloß hinter der originellen Kunst-Aktion?