Das St. Walburga-Krankenhaus Meschede geht mit gutem Beispiel voran: Es hat Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit in die Tat umgesetzt - und deshalb im Rahmen eines Pilotprojekts sogenannte Patientenidentifikationsbänder eingeführt. Oberstes Ziel: Die Identität des Einzelnen soll jederzeit nachvollziehbar überprüfbar sein.
Die seit August 2013 im St. Walburga-Krankenhaus Meschede eingeführten Patientenidentifikationsbänder werden am Handgelenk getragen, enthalten alle wichtigen Angaben wie Vor- bzw. Familienname oder die Behandlungsauftragsnummer. Somit gewährleisten die Plastik-Streifen stets korrekte Zuordnungen.

St. Walburga-Krankenhaus geht mit gutem Beispiel voran: Noch mehr Sicherheit für die Patienten

[25.09.2013]

Sie dürfen nicht passieren, kommen im Alltag bundesdeutscher Hospitäler auch eher selten vor:  Verwechslungen von Menschen gleichen Namens, von Diagnosen und Therapien. Doch angesichts zunehmend komplexerer Klinikabläufe, bei denen zumeist viele Beteiligte miteinander kooperieren, sind gelegentliche Irrtümer leider nicht gänzlich auszuschließen – und sei es nur, dass die als Verkettung unglücklicher Umstände geschehen. Um deshalb grundsätzlich mögliche Fehlerquellen zu minimieren, geht das St. Walburga-Krankenhaus Meschede jetzt mit gutem Beispiel voran: Es hat Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit in die Tat umgesetzt, hat daher seit kurzem im Rahmen eines Pilotprojekts sogenannte Patientenidentifikationsbänder, kurz „ID-Bänder“, eingeführt.

Die werden etwa bei stationären Einweisungen oder Tagesaufenthalten von der chirurgischen, der inneren Ambulanz und der Intensiv-Abteilung ausgedruckt, gelten fortan für all jene Personen, die sich vor Ort gründlicher untersuchen oder versorgen lassen müssen. Auf den am Handgelenk zu tragenden Plastik-Streifen sind relevante Hinweise wie Vor- und Familienname, Geburtsdatum, Behandlungsauftragsnummer nebst dem zugehörigen Barcode enthalten. Somit erlauben die Angaben bei Bedarf rasche, immer korrekte Zuordnungen. Oberstes Ziel: Die Identität des Einzelnen soll stets nachvollziehbar überprüfbar sein.

Individuelle Daten

Wer allerdings weder die Arm-Folien tragen noch individuelle Daten transparent gemacht haben möchte, kann dies – in einer Verzichtserklärung dokumentiert - jederzeit verweigern. „Es handelt sich um rein vorbeugende Maßnahmen, die Entscheidung über eine Teilnahme trifft jede(r) allein. Niemand ist zu irgendetwas verpflichtet“, verweist Peter Schauerte, stellvertretender Pflegedirektor und zugleich Qualitätsmanagement-Verantwortlicher, auf das Prinzip der Freiwilligkeit. 

Während der vergangenen Wochen war er unermüdlich innerhalb des Gebäudes unterwegs, hat Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv auf das Procedere vorbereitet: Was tun, wenn die Bänder verloren oder unbeabsichtigt entfernt wurden? Was tun, wenn medizinische Indikationen ein Ablegen erfordern?  Und wo können die jeweiligen Exemplare am Ende entsorgt werden?

Vierwöchige Erprobungsphase

Auf mehreren Schulungsveranstaltungen spielte Schauerte - Frage für Frage – sämtliche Eventualitäten akribisch durch, um schon im Vorfeld für den Testversuch zu sensibilisieren. Umso erfreulicher fällt nunmehr nach vierwöchiger Erprobungsphase das erste Fazit aus: „Wir verzeichnen eine hohe Akzeptanz“, berichtet er, „lediglich in drei bis vier Fällen lehnten die Betreffenden das Angebot ab.“ Bei der Bewertung stimmt der QM-Fachmann mit Geschäftsführerin Anja Rapos überein: So sei, sagen beide, „ein erneuter, wesentlicher Schritt“ in Richtung Risiko-Reduzierung gelungen – „mit dem Ergebnis, dass sich Patienten bei uns noch professioneller aufgehoben fühlen dürfen.“