Zum Gelingen des von der Fachgruppe im St. Walburga-Krankenhaus ausgerichteten 3. Mescheder Praxisanleiter-Symposiums trugen u.a. Sachbuchautor und Referent Dr. German Quernheim, Erzählkünstlerin Marianne Vier, Organisationsberaterin Ulrike Ambrosy, Mitorganisatorin Heidelore Lessig sowie Moderator Michael Sehrbrock (v.l.n.r.) bei.

Referent Quernheim redete Klartext: "Pflegekräften und Praxisanleitern fehlt es an Lobbyisten"

[07.11.2013]

Auf die launige Schlussbemerkung mochte Moderator Michael Sehrbrock nicht verzichten: Am Ende des Seminars entdeckte er nur „glückliche Menschen, die jetzt völlig unbeschwert ihre Heimfahrt antreten.“ Spaß beiseite: Einen Tag lang hatten sich die rund 80 größtenteils aus Nordrhein-Westfalen angereisten Kolleginnen und Kollegen bei dem von der Fachgruppe des St. Walburga-Krankenhauses vorbereiteten 3. Mescheder Praxisanleiter-Symposium intensiv mit Burn-out-Prophylaxe auseinandergesetzt. Allesamt Pflegekräfte, die sich neben ihren gewohnten Aufgaben noch zusätzlich bei der Ausbildung des Nachwuchses engagieren.

„Akku fast leer“ lautete die auf den Einladungs-Flyer gedruckte Botschaft - deshalb sollte nun während der Tagung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden, wie sich drohende Erschöpfungszustände spürbar eindämmen lassen. Eine Veranstaltung, betonte Klinik-Geschäftsführerin Anja Rapos im Grußwort, die u.a. als sichtbares Zeichen der Anerkennung für den tagtäglichen, kräftezehrenden Einsatz ausgerichtet worden sei.

Besseres Zeit- und Personalmanagement

„Ihnen“, konstatierte Coach Dr. German Quernheim, bundesweit anerkannter Sachbuchautor für diese Thematik, vor der versammelten Zuhörerschar im Saal der Abtei Königsmünster, „ihnen fehlt es schlichtweg an Lobbyisten“ – ein Grund dafür, warum die bei Angehörigen sozialer Berufe immanente Überforderung am Arbeitsplatz gesamtgesellschaftlich nicht nachhaltiger registriert werde. In seinem Impuls-Referat über effizienten Schutz vor den Gefahren persönlichen Ausgebrannt-Seins machte der Redner keinen Hehl daraus, dass die bestehenden Organisationsstrukturen im Gesundheitswesen dringender Veränderung bedürfen. „Was wir brauchen, ist ein besseres Zeit- und Personalmanagement“, plädierte Quernheim für gezielte Einflussnahme.

Darüber hinaus schlug er dem Auditorium vor, bei nicht nachlassenden Situationen permanenten Hochdrucks „auch mal konsequent ,Nein` zu sagen“. Zu den weiteren Ratschlägen gehörte der Hinweis, bei der Selbstverantwortung für das eigene Tun die dringend notwendige Balance zwischen dienstlichen Verpflichtungen und privaten Bedürfnissen zu wahren. 

Angeregter Austausch

Dass kollektives Nachdenken über Märchen bewirkt, schneller ins Gespräch zu kommen, erfuhren die Teilnehmer sodann im Workshop von Erzählkünstlerin Marianne Vier. Es dauerte gar nicht lange, da befand sich die Runde in einem angeregten Austausch über die jeweils individuellen Strategien zur Bewältigung von Überforderungen - das Muster dafür, wie auch im Job die internen Unterredungen ablaufen könnten.

Apropos Stress-Abbau - Diplom-Pädagogin Ulrike Ambrosy wiederum wandte sich einem ähnlich interessanten Aspekt zu: Was passiert, wenn mitten im Arbeitsprozess Sicht- und Handlungsweisen ganz unterschiedlicher Generationen bzw. Altersklassen zusammenprallen? „Voneinander lernen“ -  lautete die naheliegende Erkenntnis. Statt aus abweichenden Kommunikationsformen, beispielsweise beim Umgang mit neuen Medien, Probleme abzuleiten, gelte es vielmehr die Stärken des Gegenübers zu akzeptieren. Hierfür erforderlich: ein gebührendes Maß an Verständnis und Einsicht.

Vielseitiges Programm

Und wie die Dozenten der auf dem Gelände am Schederweg ansässigen Verbund-Krankenpflegeschule ihre Kurs-Absolventen schon früh auf das spätere Berufsleben vorbereiten, indem sie deren Tätigkeitsprofil durch Einsätze im ganz normalen Stationsbetrieb systematisch fördern, war in den Untergruppen ebenfalls Thema. Ferner: Informationen darüber, wie Düfte und Öle das Wohlbefinden beeinflussen, blieben nicht ausgespart, außerdem gehörten Entspannungsübungen zur Agenda.

Übereinstimmend lobten die Gäste das „vielseitige, lehrreiche“ Programm. Zur großen Freude von Mitinitiatorin Heidelore Lessig: „Tolle Rückmeldungen“, meinte sie, „insofern hat sich der Aufwand gelohnt.“ Übrigens - der Termin für die Neuauflage ist bereits geblockt: Herbst 2015.

Bilderbogen vom 3. Mescheder Praxisanleiter-Symposium

AnhangTypeGröße
Referat von Ulrike Ambrosy.pdfpdf517.4 KB
Impulsreferat von Dr. German Quernheimpdf747.28 KB
Referat über die "Schulstation".pdfpdf1.56 MB
Erfahrungen einer Stationsleiterin.pdf pdf525 KB