Politiker informieren sich über das St. Walburga-Krankenhaus

[07.11.2011]

Über Ärztemangel, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und steigende Kosten im Gesundheitswesen unterhielten sich am Donnerstag, 3. November, Vertreter der Landes- und Bundespolitik mit der Betriebsleitung und Geschäftsführung des St. Walburga-Krankenhauses Meschede. Zwei Stunden hatten sich die Politiker für das katholische Krankenhaus in der Kreisstadt Zeit genommen, und die Klinikführung nutzte die Chance, ihre Sicht der Dinge direkt den Entscheidungsträgern zu schildern.

Jens Spahn, Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, machte sich am Donnerstagmittag gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten der CDU für den Hochsauerlandkreis, Prof. Patrick Sensburg, und mit Hubert Kleff, Mitglied des Landtags NRW sowie weiteren Mitarbeitern aus Berlin und Meschede ein Bild von der Situation im St. Walburga-Krankenhaus. Bei einem gemeinsamen Mittagessen sprach Spahn direkt den Ärztemangel an. Geschäftsführerin Anja Rapos und der Ärztliche Direktor Dr. Detlef Drüppel waren sich da schnell einig: "Ja, den gibt es auf jeden Fall." Es sei sehr schwer, qualifizierte Ärzte für den ländlichen Standort Meschede zu begeistern. Dabei unternimmt die Klinik schon sehr viel, um das Problem zu lösen. So geht man zum Beispiel intensiv auf die Wünsche von Ärztinnen mit Kindern ein und ermöglicht zunehmend flexible Arbeitszeitmodelle. Auch der Kontakt zu Medizinstudenten und ehemaligen Mitarbeitern wird gepflegt, um potenzielle Ärzte direkt ansprechen zu können. Doch das Problem bleibt aktuell. Da sind auch die Honorarärzte auf Dauer keine Lösung, da sie die Kosten für das Krankenhaus enorm in die Höhe treiben. Spahn machte deutlich, dass sich die Bundesregierung dieser Problematik bewusst sei und an dem Thema arbeiten würde.

Immer wieder aktuell ist die Vernetzung von stationärer und ambulanter Versorgung. Das St. Walburga-Krankenhaus ist da bereits auf einem guten Weg und durchaus gewillt, die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten weiter auszubauen. Ein Ziel, das auch die Politiker begrüßen und bei dem sie genauer nachfragten. Je mehr Kooperationen, desto besser, war der einhellige Tenor. Das gilt im Übrigen auch für die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern. "Das wird die Zukunft sein", ist sich Rapos sicher.

Die Zukunft ist aber leider auch, dass immer weniger Versicherungen deutschen Krankenhäusern eine Haftpflichtversicherung anbieten, sich gar aktiv aus dem Segment zurückziehen, da sie das Schadensfallrisiko nicht mehr tragen wollen oder nur noch mit exorbitanten Prämiensteigerungen im sechsstelligen Bereich aufrecht erhalten. Mit der Behandlung von Kranken erfüllen Krankenhäuser in erster Linie auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag. Mit dem damit verbundenen Risiko nicht allein gelassen zu werden, wünscht sich die Leitung des St. Walburga-Krankenhauses von der Politik.

Nach dem Mittagessen besichtigte die Gruppe die Chirurgische Ambulanz, die Intensivstation, den Kreißsaal und eine Station, und verabschiedete sich dann mit jeder Menge neuer Eindrücke und Erkenntnissen.