Chefarzt Dr. Daniel Gießmann (Bildmitte) - er leitet die kardiologische Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses - wird beim nächsten Patientenforum der Klinik über das Thema Herzrhythmusstörungen informieren.

Patientenforum: Herzrhythmusstörungen sind das große Thema

[21.11.2014]

Sie gehören dazu – zum alltäglichen Leben. Denn Herzrhythmusstörungen haben jeden Menschen irgendwann schon einmal ereilt. Zu bagatellisieren sind die Symptome aber nicht: So müssen sich wegen derartiger Auffälligkeiten allein rund 400 000 Personen pro Jahr stationären Kontrollen unterziehen. Darüber hinaus bestehen unter Patienten weitreichende Zweifel, was noch als normal, weniger harmlos oder gar bedrohlich anzusehen ist. Warum deshalb Betroffene gut beraten sind, vorhandene Beschwerden gründlich abklären zu lassen, um letztlich Sicherheit zu erhalten, will das St. Walburga-Krankenhaus in Kooperation mit der Deutschen Herzstiftung beim nächsten Forum am Mittwoch, 26. November 2014, vermitteln (der Eintritt ist frei).

„Aus dem Takt“ lautet ab 19 Uhr im großen Konferenzsaal der Titel des öffentlichen Vortrags von Dr. Daniel Gießmann, Chefarzt der kardiologischen Abteilung. Die Veranstaltung gehört zu einer Reihe von über 1200 Terminen, bei denen im Rahmen der gegenwärtig bundesweit stattfindenden Aktionswochen Spezialisten ihren Gästen aktuelle Diagnose- und Therapieansätze erläutern.  

Detaillierte Hinweise

Generell bleibt festzuhalten: Herzrhythmusstörungen stellen kein separates Leiden dar, sondern spiegeln in der Regel andere Erkrankungen wider. „Sie herauszufinden“, betont Gießmann, „ist das Entscheidende - nur dann kann man gezielt reagieren.“ Darüber hinaus wird der Referent darlegen, welche technischen, aussagekräftigen Entwicklungen heutzutage zur Verfügung stehen, um die solchen Unregelmäßigkeiten zugrundeliegenden Ursachen besser zuzuordnen. Stichwort: Event-Recorder. Der zeichnet in Form eines neben dem Brustbein unter die Haut implantierten Mini-Computers etwaige Abweichungen minutiös auf, liefert dadurch wichtige Hinweise.  

Ein weiterer Aspekt in seinen Ausführungen:  das Vorhofflimmern, eine der inzwischen wohl am meisten verbreiteten Herzrhythmusstörungen. Dennoch bleibt es aufgrund fehlender Anzeichen oft unbemerkt. Hier kann der Einzelne bereits wichtige Vorarbeit leisten, indem er mit Hilfe eines Blutdruckmessgeräts ungleichmäßigen Pulsschlag zu ergründen versucht –  Messungen, die dann durch EKG-Aufzeichnungen detaillierter zu überprüfen sind. Ein Thema, das Gießmann in puncto Prävention genauso dezidiert aufgreifen wird wie er ausführlich über aktuelle Erkenntnisse berichtet,  die mit neuen, gerinnungshemmenden Medikamenten bei der Vorbeugung eines Schlaganfalls gewonnen wurden.  

Minimal-invasive Verfahren

Im zweiten Teil des Abends möchte Gießmann den Besucherinnen und Besuchern die während der vergangenen Monate im Untergeschoss des Gebäudes für die Aufstellung eines Linksherzkatheter-Messplatzes hergerichteten Räumlichkeiten näher vorstellen – vor der offiziellen Einweihung. Hier soll im Dezember, vorbehaltlich aller notwendigen Prüfungen und Genehmigungen, der Betrieb aufgenommen werden. Er gestattet künftig eine noch intensivere, ärztliche Versorgung, umso umfangreicher fällt das Leistungsspektrum der Klinik aus. So lassen sich durch den Messplatz dank minimal-invasiver Verfahren die Herzkranzgefäße zum einen punktgenau untersuchen, zum anderen etwaige Engstellen präzise behandeln. „Vor allem aber“, unterstreicht Gießmann, „können wir durch die Anschaffung den Herzinfarkt-Patienten vor Ort jetzt die komplette Rundum-Betreuung bieten.“ An 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden lang.