Mit bewundernswerter Hingabe kümmerte sie sich einst um das Wohl der ihr anvertrauten Patientinnen und Patienten: Schwester M. Euthymia, von Papst Johannes Paul II. im Oktober 2001 seliggesprochen. Die für sie nun eigens angefertigte Gedenktafel - unser Bild entstand in der Kapelle des St. Walburga-Krankenhauses - hat im Klinik-Foyer einen Ehrenplatz erhalten.

Neue Gedenktafel erinnert an das Lebenswerk von Schwester Euthymia

[15.03.2014]

Die Gedenk-Tafel hängt an herausgehobener Stelle. Dort, wo Tag für Tag zahlreiche Patienten, Besucher, Mitarbeiter vorbeiströmen: Inmitten der Eingangshalle des St. Walburga-Krankenhauses erinnert die von einem Scheinwerferstrahler dezent beleuchtete Foto-Dokumentation für Schwester Maria Euthymia (gestaltet von dem münsterschen Journalisten Michael Bührke) ab sofort an das segensreiche Wirken der von Papst Johannes Paul II. am 7. Oktober 2001 Seliggesprochenen. Nach ihr wurde vor Ort auch ein am Schederweg bezogener Altersruhesitz des Ordens benannt. 

Sie kam am 8. April 1914 in Hopsten-Halverde als neuntes Kind der Eheleute Üffing zur Welt, wuchs fortan im Münsterland auf – und bat nach einer Ausbildung zur Hauswirtschafterin im März 1934 um Aufnahme bei den Clemensschwestern. Ab November 1936 war die 22-Jährige im Dinslakener St. Vinzenz-Hospital eingesetzt, kümmerte sich auf der Isolierstation vor allem um die Genesung der hier zu versorgenden Kriegsgefangenen. Diese Tätigkeit – Zeitzeugen-Erzählungen aus jenen Tagen sind voll davon – muss sie, die Samariterin, mit bewundernswerter Hingabe ausgeübt haben.

Christliche Versöhnung

In der Ära des Wiederaufbaus leitete Schwester Euthymia sodann den Wäschereibetrieb des Hospitals, wechselte später mit dem gleichen Tätigkeitsgebiet ins münstersche Mutterhaus. Sie starb am 9. September 1955, wenige Monate zuvor hatten die Ärzte ein Tumorleiden diagnostiziert. An ihrem Beispiel, unterstrich im Nachhinein Bischof Reinhard Lettmann die großen, persönlichen Verdienste, werde über sämtliche „Grenzen und Schranken hinweg“ der starke Einfluss christlicher Versöhnung unter Menschen sichtbar.

In ähnlich mitfühlender Weise würdigte während der jüngst begangenen Eucharistiefeier für die Meschede bald verlassenden Ordensfrauen (wir berichteten) Generalrätin Elisabethis Lenfers das Vermächtnis der heute mehr denn je populären Mitschwester. Euthymia habe sich unermüdlich im Dienst am Nächsten engagiert, habe an andere weitergegeben, was sie selbst in Gebeten an Beistand erfahren hätte.

Passende Wortwahl

Dass nun deren Porträt-Motiv im Klinik-Foyer gleich neben der dort angebrachten Pietà befestigt wurde, gefiel der Rednerin besonders gut. Zudem freute sie sich über die von Abt Aloysius Althaus OSB bei der Segnung benutzte, passende Wortwahl: Der Benediktinerpater beschrieb die Nachbarschaft aus Stele und Vesperbild als ein „Kraftfeld“ für Trost und Hoffnung, dessen Platz nicht hätte besser gewählt werden können.

Den jetzt in wenigen Wochen bevorstehenden 100. Geburtstag von Schwester Euthymia nimmt die Ordensleitung zum Anlass, im Rahmen einer Festveranstaltung die aktuelle Situation in der Krankenpflege intensiver zu erörtern. So wird Theo Paul, Generalvikar im Bistum Osnabrück, am 1. April, ab 17 Uhr in der Mutterhaus-Kirche über das Thema „Christliche Krankenhäuser in einer säkularen Gesellschaft“ referieren. Das Pontifikalamt im münsterschen Paulus-Dom zu Ehren der Verstorbenen zelebriert am 8. April Weihbischof Dieter Geerlings. Beginn ist ebenfalls um 17 Uhr.

Herzliche Einladung!

Bilderbogen von der Danksagungsfeier für die Clemensschwestern