Seit knapp acht Wochen verfügt die kardiologische Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses über einen Linksherzkatheter-Messplatz. Offiziell wurde das High-Tech-Gerät jetzt von Klaus Schmitz (Technischer Leiter der Klinik), Landrat Dr. Karl Schneider, Christian Wild (Pflegerischer Leiter des Herzkatheter-Labors) sowie Chefarzt Dr. Daniel Gießmann (v.l.n.r.) in Betrieb genommen. Foto: Geissler

"Modernes Gesundheitszentrum mit Dienstleistungscharakter": Landrat Dr. Schneider lobt LHKM-Investition

[31.01.2015]

Den Tipp für die öffentliche Besichtigung des seit acht Wochen im Einsatz befindlichen Linksherzkatheter-Messplatzes (LHKM) erhielt Franz-Josef Miederhoff von seiner Frau. Nun schlendert der Senior aufmerksam durch das Souterrain des St. Walburga-Krankenhauses, betrachtet das Instrumentarium von allen Seiten – und horcht aufmerksam hin, was die Mitarbeiter an Einzelheiten zu berichten haben. „Toll“, sagt er, „dass unsere Stadt ein solches Gerät bekommen hat. Jetzt weiß ich wenigstens, was nach einem Infarkt zu tun ist.“ Horst Wojtas, ein weiterer Besucher, denkt da ähnlich: „Ich bin erst 74“, schmunzelt er augenzwinkernd, „da kann’s nicht schaden, mich zu erkundigen.“ Neues über minimal-invasive Behandlungsarten kennenzulernen, gibt auch Pensionär Friedel Schemme, langjähriger Sanitäter im Rettungsdienst, als Grund für den Abstecher an. „Die Medizin ist und bleibt mein Metier, deshalb nutze ich jede Chance zur Weiterbildung.“ DRK-Bereitschaftsleiter Michael Schürmann beispielsweise ist gleich mit einer größeren Abordnung junger Mitglieder erschienen – für praktischen Anschauungsunterricht en dètail. So besitzt an diesem Nachmittag jeder der rund 70 Gäste ein ganz persönliches Motiv, um der Einladung von Chefarzt Dr. Daniel Gießmann zur Extra-Vorstellung (unser Foto) des High-Tech-Modells zu folgen.   

Hohe Innovationsbereitschaft

Dass die Millionen-Investition verdeutliche, wie sehr sich die Klinik-Verantwortlichen der Herausforderung stellen würden, „ein modernes Gesundheitszentrum mit Dienstleistungscharakter zu sein“, betont bereits vorab, während des offiziellen Empfangs, Landrat Dr. Karl Schneider im Grußwort. Die vorgenommenen finanziellen Aufwendungen zeigten hohe Innovationsbereitschaft – zu Gunsten des Standorts. Abermals stelle das Haus unter Beweis, dass es die Entwicklung eigener Angebote „für die Menschen in der Region“ voranzutreiben verstünde. Die medizinische und pflegerische Profilierung trage dazu bei, dass die Klinik den Gesundheitssektor im Hochsauerland aktiv mitgestalte, hierbei einen „wichtigen Platz“ einnehme.

Schneider unterstreicht es in der Ansprache nachdrücklich: Belange der ambulanten und stationären Versorgung im ländlichen Raum gehören für ihn zu drängenden Kernfragen unserer Zeit. Um zukunftsweisende Antworten zu finden, will er deshalb Ende Februar in Meschede einen „Krankenhaus-Gipfel“ mit zahlreichen Spezialisten, Partnern, Handelnden initiieren.

Qualifizierte Fachfirmen

Zu Beginn der Veranstaltung, an der u.a. Repräsentanten aus hiesigen Behörden, umliegenden Hospitälern sowie Kooperationspartner und Kostenträger teilnehmen, erinnert Klaus Schmitz, der technische Leiter des St. Walburga-Krankenhauses, an den kontinuierlichen Ausbau der Kardiologie. Der gestatte jetzt ein „Komplett-Programm“,  das den Leistungsumfang der internistischen Abteilung enorm erweitere.

Bei der aktuellen Herrichtung des multifunktional nutzbaren Trakts seien aufwändige Ausstattungs-, Hygiene- und Brandschutz-Vorgaben berücksichtigt worden, insofern bezeichnet er den Zeitplan für die nur drei Monate dauernde Umgestaltung der früheren Caféteria-Räumlichkeiten als recht sportlich: „Mein Kompliment gebührt den beteiligten, qualifizierten Fachfirmen, die uns geholfen haben, das Projekt fristgerecht fertigzustellen.“ Im Namen der Betriebsleitung, die aufgrund  anderer Terminverpflichtungen selbst nicht zugegen sein kann, bedankt sich der Diplom-Ingenieur bei sämtlichen  Planern, Handwerkern und Behörden für die konstruktive Zusammenarbeit.

Die Schlussbemerkungen – von Schaubildern unterlegt – bleiben Dr. Gießmann vorbehalten: Jedes Jahr würden allein in Deutschland 60 000 Personen durch akute Infarkte aus dem Leben gerissen, wie überhaupt schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen zählten. Durch Katheter-Untersuchungen habe aber in der Altersgruppe der 40- bis 80-Jährigen die Sterblichkeitsrate um die Hälfte gesenkt werden können – Fakten, die anschaulich offenbarten, wie segensreich sich auf den Alltag der Menschen ein LHKM auswirke. „Ja“, erklärte der Chefarzt am Ende des kleinen Power-Point-Vortrags, „es war dringend notwendig, ihn anzuschaffen."