"Kunstbild - Bildkunst": So lautet die Überschrift jener Foto-Ausstellung, die Meinolf Kaiser, ehemaliger Chef der Freiwilligen Feuerwehr in Meschede, bis zum 22. August 2014 im Foyer des St. Walburga-Krankenhauses zeigt. Der besondere Clou seiner Werkreihe: Im Alltagsjargon gebräuchliche Begriffs-Collagen wandelt er in sprichwörtliche, rasch nachvollziehbare Visualisierungen um.

"Kunstbild - Bildkunst": Meinolf Kaiser zeigt Wort-Collagen im Klinik-Foyer

[08.07.2014]

Der Mann ist bestens bekannt – obwohl er sein Amt schon längst abgegeben hat: Meinolf Kaiser machte sich in den vergangenen Jahren als Chef der Freiwilligen Feuerwehr weit über Meschede hinaus einen Namen. Nun lernen ihn die Bürger von der privaten Seite kennen: Der passionierte Hobby-Fotograf stellt gegenwärtig in der Eingangshalle des St. Walburga-Krankenhauses fünfzehn Werke aus dem persönlichen, insgesamt rund 64 000 Ablichtungen umfassenden Fundus aus. „Kunstbild – Bildkunst“  heißt das Motto der neuen Reihe – eine Schau, die während der nächsten acht Wochen erstmals vor Ort zu sehen ist.

Der besondere Clou dieser Aufnahmen besteht darin, dass der frühere Stadtbrandmeister zusammengesetzte Substantive mit Hilfe der Kamera in sprichwörtliche Visualisierungen umwandelt. Alles im Alltagsjargon geläufige Begriffs-Collagen, denen er nun detailgetreu nachspürt. Beispiel „Himmelfahrt“: Umgeben von einem blauen, sonnenbeschienenen Firmament schweben im Vordergrund riesige Heißluftballons nach oben. Oder gleich daneben – der Schnappschuss „Berglöwe“: Vor der wolkenverhangenen, schroff aus Nebenschwaden emporragenden Silhouette des Matterhorns trottet, majestätisch imposant, der König der Tiere herbei. So erhalten die einzelnen Motive durch ihre 1:1-Interpretationen völlig unerwartete Perspektiven.

Positives Echo

„Manche meiner Arrangements“, gesteht der Lokalmatador, „habe ich gewählt, um den Betrachtern bewusst ein Schmunzeln zu entlocken.“ Die Reaktionen des über den Flur flanierenden Publikums geben ihm Recht – noch während die Rahmen an den Wänden aufgehängt werden: Personen bleiben auf der Stelle stehen, schauen ihm interessiert über die Schulter – und gehen kurze Zeit später mit einem stillen Lächeln weiter. Das, was sie da inmitten der Passepartouts erspähten, muss ihnen gefallen haben.

Natur- oder Landschaftsansichten präsentierte der gelernte Bauzeichner bereits an mehreren Orten – etwa in Filialen hiesiger Bankinstitute, Kneipen oder Hotel-Lounges. Immer von einem positiven öffentlichen Echo begleitet. „Man sagt mir den Blick für die besonderen Momente nach“, weiß er aus gar mancher anerkennenden Rückmeldung. Lob erhielt er auch von Theo Bücker, dem einst in Bestwig aufgewachsenen, ehemaligen Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund, MSV Duisburg oder Schalke 04: Der Fußballspieler hatte nach dem über Deutschland im Januar 2007 wütenden Orkan „Kyrill“ etliche Anstrengungen unternommen, um aus Kaisers Dokumentation über die speziell im Hochsauerland vorgefundenen Auswirkungen der Unwetter-Katastrophe einen Abzug zu erwerben. Von derlei Zuspruch inspiriert, führt der Mittsechziger inzwischen die kleine, leistungsfähige Digitalkamera ständig bei sich, damit er bei reizvollen Impressionen gleich auf den Auslöser drücken kann. „Ich bin nach wie vor viel unterwegs, da lohnt sich so ein Apparat in der Tasche.“

Moderne Software

Ist der Reisende dann von den Touren zurückgekehrt, setzt er sich daheim hinter den Computer, um die Tagesausbeute zu archivieren. „Großartige Retuschen sind in der Regel nicht notwendig“, skizziert Kaiser den eigenen Stil, „zumeist bin ich mit dem ersten Versuch zufrieden, muss kaum nachbessern.“ Jetzt, bei der aktuellen „Kunstbild“-Serie, hat er am PC ein wenig nachgeholfen, sich zudem moderner Software-Programme bedient  - aber nur, um für die thematisch gestalteten Inszenierungen Proportionen und Ausschnitte anzupassen. „Die Originale blieben unangetastet, ich habe sie lediglich zusammengefügt, harmonisch ineinander fließen lassen.“ Sein Wunsch? „Es wäre schön“, lautet die Schlussbemerkung, „wenn sich Patienten, Besucher, Mitarbeiter an den Ideen erfreuen würden.“