Die bekannte Medien- und Konzeptionskünstlerin Judith Nothnagel kombiniert in den Exponaten medizinische Labortechnik mit moderner Malerei: Elf ihrer Werke hängen derzeit im Foyer des St. Walburga-Krankenhauses Meschede.

Kunst im Krankenhaus: Judith Nothnagel zeigt moderne Malerei

[02.10.2012]

Auf den ersten Blick sind es ganz normale Röntgenaufnahmen eines Schädels – Innenansichten, wie sie in radiologischen Praxen hundertfach zu sehen sind. Farblich verfremdet, sorgen die Ablichtungen aber nun für neue, ungewohnte Impressionen: Da wird medizinische Labortechnik mit moderner Malerei geschickt kombiniert. Elf dieser Werke, geschaffen von der bekannten Medien- und Konzeptionskünstlerin Judith Nothnagel, hängen gegenwärtig im Eingangsbereich des St. Walburga-Krankenhauses Meschede. Sie wurden dort jüngst angebracht – parallel zu der im Versammlungssaal stattgefundenen Informationsveranstaltung über „Demenz im Krankenhaus“ (s. Artikel auf dieser Seite).

In der Tat: Die Bilder verfehlten nicht ihre Wirkungen. Während der verschiedenen Kaffeepausen wollten zahlreiche Besucher die Arbeiten genauer inspizieren, anschließend machte sich entlang des Foyers ein angeregter Gedankenaustausch breit.

Illustrationszwecke

Petra Vollmers-Frevel, Vorsitzende der hiesigen Alzheimer Gesellschaft und somit maßgebliche Organisatorin der Vortragsreihe, hatte Nothnagels Oeuvre jüngst in einem Kunstband entdeckt. Außerdem kennen sich die zwei Frauen noch gut aus jenen früheren Tagen, als beide gemeinsam visuelle Kommunikation studierten. „Da lag es nahe, miteinander zu telefonieren, um Formen einer Kooperation zu verabreden.“ Aufgrund des freundschaftlichen Kontakts zwischen ihnen bestand dann rasch Einvernehmen darüber, dass die betreffenden Stücke vor Ort für Illustrationszwecke verwendet werden dürfen. „Sie passten an dem Morgen hervorragend zu unserem Thema“, betont Vollmers-Frevel, „lässt sich Demenz doch als diagnostizierbare Erkrankung des Gehirns charakterisieren.“ Die jetzt bis zum 5. Oktober zur Schau gestellten Exemplare, sie sollen letztlich das Publikum zur intensiveren Beschäftigung mit der Problematik verleiten.

Nothnagel ist am Niederrhein in Hamminkeln, aber auch in Düsseldorf zuhause. Ihre Exponate wurden bislang schon von etlichen internationalen Einrichtungen oder Galerien gezeigt, darunter das Goethe-Institut in Dakar oder das Luigi Pecci-Museum in Florenz.

Interessante Anreize

Der Idee, fortan mehr Ausstellungen anzubieten, steht Anja Rapos, Geschäftsführerin des Walburga-Krankenhauses, positiv gegenüber. „Eine typische Win-Win-Situation. Die Künstler profitieren davon, wenn sie einen zusätzlichen Standort zur Präsentation erhalten, wir wiederum können den Patienten interessante Anreize vermitteln, um sich vom Stationsalltag abzulenken."