Der Standort wird nachhaltig gestärkt, das Profil zusätzlich geschärft: Noch im Dezember 2014 - vorbehaltlich aller notwendigen Prüfungen und Genehmigungen - soll im St. Walburga-Krankenhaus Meschede der neue Linksherzkatheter-Messplatz in Betrieb genommen werden. Unser Bild zeigt das Gerät inmitten der eigens hergerichteten Räumlichkeiten.
Besucherinnen und Besucher des jüngst von der kardiologischen Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses in enger Kooperation mit der Deutschen Herzstiftung organisierten Themenabends zeigten großes Interesse: Von Mitarbeiter Christian Wild (l.) ließen sie sich ausführlich den von der Klinik neu angeschafften Linksherzkatheter-Messplatz erläutern.

Kreisstadt-Klinik investiert in kardiologisches Komplett-Programm: Neuer Linksherzkatheter-Messplatz

[01.12.2014]

Im vergangenen Jahr war’s: Ende August 2013 eröffnete die Geschäftsführung des St. Walburga-Krankenhauses den völlig umstrukturierten Bereich der Inneren Medizin – jene von Klinik-Chefin Anja Rapos während der Einweihungsfeier als „wahres Schmuckkästchen“ bezeichnete Funktionsabteilung. Die ermöglicht seitdem aufgrund der hier installierten modernen Apparaturen eine noch bessere, auf den Einzelfall zugeschnittene Betreuung. Das Leistungsspektrum erhöht sich jetzt ein weiteres Mal: Im Souterrain des Hauptgebäudes, damit auf gleicher Ebene und nur wenige Meter entfernt, soll im Dezember – vorbehaltlich aller notwendigen Prüfungen und Genehmigungen - unter Leitung von Chefarzt Dr. Daniel Gießmann (s. Foto unten) der neue Linksherzkatheter-Messplatz in Betrieb genommen werden. Dort, wo früher die ehemalige Cafeteria untergebracht war. Da der gastronomische Bereich aber längst ins Foyer umzog, wurde während der letzten drei Monate der zwischenzeitlich in Teilen leerstehende Trakt für das aus Patientensicht höchst nutzbringende, kardiologische Komplett-Programm umgebaut. Die Investitionsaufwendungen für das gesamte Projekt: etwas mehr als eine Million Euro.

Mit dem nun in unmittelbarer Nähe der Rettungswageneinfahrt montierten High-Tech-Gerät lassen sich fortan unterschiedliche Erkrankungen des Herzens und der Herzkranzgefäße direkt diagnostizieren, genauso unverzüglich therapieren. Mit Hilfe minimal-invasiver Techniken sowie digitaler Bildgebungsverfahren können solche Areale nun gezielt untersucht werden -  Areale, bei denen zu überprüfen ist, ob sie punktuelle Verengungen bis hin zum Verschluss aufweisen. Wäre dies der Fall, würde als Folge die „Pumpe“ nicht mehr richtig durchblutet: Auslöser für den klassischen Infarkt. Eine präzise Bewertung internistischer Episoden ist gerade auch deswegen möglich, weil die über dem Behandlungsplatz montierten Röntgen-Displays in hochauflösender Form anatomische Details differenziert widerspiegeln.

Umfangreiche Hygienekonzepte

Zudem sind hier Herzschrittmacher-Implantationen vorgesehen sowie Mitnutzungen durch die Gastroenterologie des Hauses bei notwendig werdenden ERCP`s - Verfahren, die beispielsweise dazu dienen, Auffälligkeiten entlang der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge zu entdecken bzw. zu behandeln. Daraus wiederum resultierten Vorgaben für die Ausstattung. „Die Anforderungen sind mit denen für einen ganz normalen OP zu vergleichen“, erklärt Klaus Schmitz, der technische Leiter, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenliefen. „Von der Klimaanlage bis zur Art der Fußbodenbeschaffenheit“, bilanziert der Koordinator, „galt es zahlreiche Auflagen zu erfüllen.“ Überdies waren umfangreiche Hygiene-, Strahlenschutz- sowie Brandschutzkonzepte umzusetzen. Neben dem zentralen Untersuchungsplatz entstanden Umkleideeinheiten – und zur Aufbewahrung des beträchtlichen, medizinischen Materials wurden Lager-  sowie Vorratsräume erforderlich.

Bei der Rückschau auf die vergangenen Wochen will es Schmitz nicht verhehlen: Anfangs, zu Beginn der Arbeiten, bereitete die alte, marode Bodenplatte mitsamt den darunter vorgefundenen Kabelschächten einige Schwierigkeiten. Doch letztlich ging der Austausch des Fundaments zügiger vonstatten als ursprünglich befürchtet. Insofern zeigt sich der Diplom-Ingenieur mehr als erfreut, dass der Zeitplan eingehalten werden konnte: „Mein Kompliment gebührt den beteiligten Fachfirmen, darunter etliche aus dem hiesigen Kreis, die in einem wahren Kraftakt dieses ambitionierte Ziel mitverwirklichten.“

Hochwertige Angebote

Nach den Worten von Geschäftsführerin Anja Rapos wurde bereits im Dezember 2011, als man mit Dr. Gießmann einen auf diesem Gebiet sehr erfahrenen Mediziner bewusst für die Chefarzt-Position auswählte, in Betracht gezogen, die kardiologische Abteilung um das Segment der invasiven Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zu erweitern. Damit verbunden war der Anspruch, den Auftrag der Klinik als Notfallversorger sowie verlässlicher und kompetenter Partner im Bereich des Rettungsdienstes deutlich zu unterstreichen.

„Auch Krankenhäuser in ländlichen Regionen“, betont Rapos nachdrücklich, „können und müssen qualitativ hochwertige Angebote sicherstellen.“ Mit der Konsequenz, dass etwa Infarkt-Patienten bald keine zu langen Anfahrten mehr in Kauf nehmen müssen. Die sich mit der Investition ergebenden Auswirkungen fasst die Geschäftsführerin optimistisch zusammen: „Der Standort wird gestärkt, unser Profil zusätzlich geschärft.“ Chefarzt Gießmann sieht’s ähnlich: „Für Meschede und Umgebung bieten wir jetzt ein umfassendes Konzept – 24 Stunden rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, an 365 Tagen im Jahr.“