„Keine Chance für multiresistente Erreger“: Auch das St. Walburga-Krankenhaus Meschede beteiligt sich an der jüngst gestarteten, unter Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft landesweit organisierten Informationsoffensive der KGNW. Um die Umsetzung der Aktion vor Ort kümmern sich klinikintern die beiden Hygiene-Fachkräfte Martina Niermann und Guido Austermeier.

Keine Chance für multiresistente Erreger: Kreisstadt-Klinik unterstützt landesweite Informationsoffensive

[03.04.2015]

"Multiresistente Erreger" - ein aktuelles Thema, das immer wieder engagiert erörtert wird. Unabdingbar dafür: der sachliche Meinungsaustausch, basierend auf fundiertem Faktenwissen. Deshalb gehört auch das St. Walburga-Krankenhaus zu den Unterstützern der jüngst gestarteten, unter Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft landesweit organisierten Informationsoffensive. Ausrichter des breit angelegten, in der Bundesrepublik bislang einmaligen Vorhabens, das unter die Losung „Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger“ gestellt wurde, ist die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. (KGNW), Dachverband für 370 Hospitäler.

Während der nächsten Monate klären mehr als 340 Einrichtungen mit ausliegenden Faltblättern und Postern unter anderem über die typischen Verbreitungsformen von Keimen, über Vorbeugung oder zweckgemäßes Desinfizieren der Hände auf. Das besondere Angebot gibt's im Gebäude am Schederweg ab Mitte September: Dann wird, passend zur gesamten Initiative, eine Wanderausstellung präsentiert.

Nützliche Hinweise

„Gewissenhafte Einhaltung von Hygiene-Regeln“, unterstreicht Geschäftsführerin Anja Rapos, „ist elementarer Bestandteil unserer Krankenhaus-Behandlung“ – und verweist auf das seit Jahren durchgeführte Screening von Risikogruppen bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme. Ein Katalog, der regelmäßig – analog zu neuen Erkenntnissen - um andere potenzielle Keimträger erweitert wird. Speziell geschulte Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich darum in höchst verantwortungsbewusster Weise, außerdem erwarben zwei Mediziner Zusatz-Zertifikate für sogenanntes „Antibiotic Stewardship“: Darunter werden jene Maßnahmen verstanden, die bei der Bekämpfung von Keimen mittels Antibiotika dazu beitragen sollen, medikamentös beste Heilungserfolge zu erreichen.  

„Um Übertragungswege einzudämmen, ist es aber ebenfalls notwendig, Patienten und Besucher gleichermaßen für die Problematik zu sensibilisieren“, begründet Rapos die Beteiligung an der KPNW-Kampagne. Daher umfasst das Bündel der Plakate, Aufkleber, Info-Broschüren neben hilfreichen Auskünften über wichtige Sachverhalte und Zusammenhänge jede Menge nützlicher Tipps, wie der Einzelne selbst zur Prävention beitragen kann. Gerade dort, wo gemeinhin reger Publikumsandrang herrscht – beispielsweise im Foyer oder in den Wartezimmern – werden die Materialien verstärkt zu finden sein. Hier sind dann neben den ohnehin schon vorhandenen Desinfektionsspendern weitere dieser Apparaturen angebracht – quasi als symbolische Aufforderung.   

Lückenlose Schulung

Dass die Kreisstadt-Klinik „viel unternimmt“, um die Ausbreitung multiresistenter Erreger zu verhindern, betonen die beiden Hygiene-Fachkräfte Martina Niermann und Guido Austermeier - zuständig für die Umsetzung der Aktion vor Ort. Sie sind kontinuierlich auf den Stationen im Einsatz, bilden fortlaufend Kolleginnen und Kollegen aus, laden zu internen Audits ein, beraten oder unterstützen. Der aktuellste Vorstoß: Mit der Unterweisung des Personals in Form via Internet aufrufbarer TV-Lektionen beschreiten die Zwei einen ausgesprochen innovativen Weg. So wurden für ihr Tätigkeitsgebiet unterschiedliche Themenbereiche ins Netz gestellt, bei denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun jederzeit Intensität und Nachhaltigkeit der eigenen Kenntnisse überprüfen können. Egal - ob Assistenzärzte, Controller oder Hauswirtschafterinnen: Anhand der durch die Online-Inhalte vorgegebenen Module lassen sich sämtliche Beschäftigten der Klinik gezielt anleiten – mit der Absicht, sie am Ende der jeweiligen Kurseinheiten lückenlos geschult zu haben.

Ferner gehören tägliche Kontrollen der mikrobiologischen Befunde zu den Schutz-Regularien, darüber hinaus findet enge Kooperation in regionalen Netzwerken statt. Und noch etwas passiert: War trotz aller Bemühungen eine Infektion tatsächlich nicht zu vermeiden, wird das Verfahren anschließend akribisch überprüft. Die Analyse, ob getroffene Maßnahmen mustergültig vollzogen wurden.

Wer detaillierteren Lesestoff wünscht: Das Internetportal www.keine-keime.de bündelt Hintergründe und Neuigkeiten zu den Themen Krankenhaushygiene, Krankheitserreger, Antibiotikaresistenz und Infektionsschutz. Auf der Website richten die Macher demnächst eine „Sprechstunde“ ein, in der Experten Fragen von Nutzern beantworten.