Chefarzt Dr. Gießmann mit Patientin Loni Braun

Innovative Herz-OP erstmals im St. Walburga-Krankenhaus durchgeführt

[04.04.2012]

Die 70-jährige Loni Braun kämpft immer wieder mit Luftnot und Wassereinlagerungen. Ihre Lebensqualität ist extrem eingeschränkt, denn sie leidet an einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels mit hochgradig eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer. Zusätzlich pumpt der Herzmuskel nicht mehr synchron, und ihre Herzleistung ist reduziert. Bisher gab es keine zufrieden stellenden Therapiemöglichkeiten für ihre Krankheit, doch das ist jetzt anders:
Im St. Walburga-Krankenhaus Meschede wurde der Frau nun erstmals von Chefarzt Dr. Daniel Gießmann ein Spezialdefibrillator der neuesten Generation implantiert.

Wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, das Blut in ausreichender Menge durch den Körper zu pumpen, gelangt nicht genügend Sauerstoff zu den Organen und die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab. In diesem Fall spricht man von einer chronischen Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Sie zählt zu den häufigsten Herzerkrankungen, allein in Deutschland sind davon etwa 1,3 Millionen Menschen betroffen, auch Gießmanns Patientin. Am Anfang einer Herzinsuffizienz spürt der Patient nur wenig. Symptome wie Atemnot und Erschöpfung treten zunächst nur bei körperlicher Belastung auf. Wenn das Herz seine mangelnde Kraft aber nicht mehr ausgleichen kann, tritt dies als Leistungsschwäche, selbst bei äußerst geringer Belastung, in Erscheinung.

Der Herzschrittmacher bietet seit 60 Jahren oft die einzige Möglichkeit, einen zu langsamen Herzschlag durch elektrische Stimulation zu normalisieren und die Lebensqualität des Patienten wieder herzustellen. Jedoch besteht bei der chronischen Herzinsuffizienz zusätzlich die erhöhte Gefahr eines zu schnellen Herzrhythmus, der unbehandelt lebensgefährlich ist. Daher wurde bei Loni Braun nun die medizinisch bereits absolut etablierte kardiale Resynchronisations-Therapie angewandt, bei der das Herz kontinuierlich stimuliert wird. Dadurch kann eine verbesserte Effektivität der Herzarbeit erreicht werden. „Bei dieser Therapieform wird ein besonderer Herzschrittmacher, Defibrillator genannt, implantiert. Dieser stimuliert über jeweils eine Elektrode in der rechten und linken Hauptkammer des Herzens und stellt so die Synchronität der beiden Kammern her. Dadurch wird die Pumpfunktion des Herzens verbessert“, erklärt der Chefarzt. Die meisten Patienten fühlen sich nach der Implantation deutlich besser. Sie sind leistungsfähiger, belastbarer und müssen seltener im Krankenhaus behandelt werden.

Je nach Fallschwere kann so eine Operation zwischen zwei und sechs Stunden dauern. Gießmann: „Es handelt sich zwar um eine sehr anspruchsvolle Operation, doch obwohl man sehr schwer herzkranke Patienten operiert, sind die Risiken eher gering.“

Bereits einen Tag nach der Operation war die Patientin wieder mobil. Sie ist inzwischen wieder zuhause und fühlt sich ausgesprochen wohl. Ihre Chancen auf einen lebenswerten Alltag stehen sehr gut.