Insgesamt 29 Ölbilder umfasst die Ausstellung des münsterschen Malers Thomas Hak, der seine Arbeiten bis Mitte Oktober 2015 im St. Walburga-Krankenhaus Meschede zeigt. Zu der unter dem Titel "Florale Strukturen" angebotenen Werkreihe zählt auch dieses Exponat: "Garten rot".

Hommage an einen Kosmos voller Schönheiten: Thomas Hak zeigt "Florale Strukturen"

[18.09.2015]

Keine Frage: Es sind Bilder, die für Gesprächsstoff sorgen. Und innerhalb des Publikums rasch polarisieren. Die eine Gruppe der Besucher zeigt sich fasziniert von den hellen, leuchtenden Objekten, die andere hingegen hat Schwierigkeiten, bestimmte Motive inhaltlich zuzuordnen. Doch niemand geht an den Arbeiten vorbei, ohne einen intensiveren Blick darauf zu werfen: Bis zum 21. Oktober 2015 werden im Foyer des St. Walburga-Krankenhauses sowie in den angrenzenden radprax-Räumlichkeiten Werke des münsterschen Malers Thomas Hak, 60, zu sehen sein. „Florale Strukturen“ hat er die aus insgesamt 29 Einzel-Stücken bestehende Schau betitelt.

Mitte der Fünfziger in Deilingen geboren, stand für ihn bereits zu Schüler-Zeiten fest, sich irgendwann der Kunst hauptberuflich zu widmen. Doch auf Wunsch des Vaters, der eine bedeutende Fossiliensammlung zusammengetragen hatte und den Fundus professionell verwaltet sehen wollte, absolvierte der Sohn zunächst ein geologisch-paläontologisches Studium, beendete dies 1982 mit dem Diplom-Abschluss. Danach schrieb er sich an der Kunstakademie Düsseldorf ein, wurde später Meisterschüler von Prof. Hermann-Josef Kuhna an der Abteilung in Münster.

Ehrenamtliches Engagement

Als Begründer und langjähriger Sprecher der heutigen Ateliergemeinschaft Schulstrasse 43, Münster, machte Hak (Foto) den Zusammenschluss in mehr als drei Dekaden weit über die Grenzen der Westfalen-Metropole hinaus bekannt, erhielt zudem für das außerordentliche ehrenamtliche Engagement von der Wahlheimatstadt die Münster-Nadel überreicht. Zahlreiche Exkursionen sowie Ausstellungen führten nach China, Kalifornien, Frankreich, Schweden und besonders Spanien.

Typisch für ihn: Die während der Reisen gewonnenen Anregungen bringt er häufig bereits unterwegs als erste, flüchtige Skizzen zu Papier, verfeinert sie daheim auf der Leinwand weiter. „Hak verflicht“, urteilte beispielsweise sein früherer Rektor Prof. Dr. Manfred Schneckenburger, der zweimalige Kurator der Kasseler documenta, in einer Laudatio, „mit fast traumwandlerischer Sicherheit zwei fundamentale Impulse der Malerei: konstruktive Ordnungen, das Über-, Neben- und Ineinander fester Pinselzüge, die er wie Balken einzieht. Daraus gehen ein baumeisterlicher Grundzug und große wie kleinteilige Rhythmen hervor.“

Dynamische Arrangements

Etliche der zum Teil üppigen (jeweils 180 x 140 cm), plakativ inszenierten Arrangements strotzen vor Dynamik: Es überwiegen darin die satten, ausdrucksstarken Töne  - Rot, verschiedenes Gelb, Grün. Oft stellt ihnen Hak zugehörige, manchmal geweißte Komplementärfarben gegenüber, schafft dadurch nuancenreiche Kontraste. Generell besticht bei ihm ein  harmonisches Grundbekenntnis: die Hommage an einen Kosmos voller Schönheiten.

Positive Ausstrahlung ist daher vielen der präsentierten Exponate zueigen. So können thematisch wuchernde Landschaften dominieren – von der westfälischen Kopfweide über Mohnfelder bis zur Heckenrose, häufig jedoch kompositorisch verfremdet oder herausgehoben, zuweilen reichlich abstrahiert in Strudeln der Dekonstruktion oder in der ganzen Stille sowie Erhabenheit eines monochromen Motivs. Der Anspruch dahinter ist stets der gleiche: tief im Inneren Seele und Verstand des Betrachters für eine eigene Schönheit zu erreichen.

Wer sich für nähere Details interessiert: Zu finden sind die unter www.thomashak.de.