An der Seite von Landrat Dr. Karl Schneider (2.v.r.) weihte Chefarzt Dr. Daniel Gießmann (r.) Ende Januar 2015 den gerade frisch angeschafften Linksherzkatheter-Messplatz ein. Jetzt, wenige Wochen später, hatte er abermals Grund zu großer Freude: Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) vergab ihr Qualitätszertifikat für die neue Brustschmerz-Einheit des St. Walburga-Krankenhauses.

Gütesiegel: Neue Brustschmerz-Einheit CPU erhält Qualitätszertifikat der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

[22.04.2015]

Es ist Gütesiegel und Prädikatsnachweis in einem. Ein Etikett, mit dem unabhängige Gutachter das vorgefundene Qualitätsniveau bescheinigen. Aktuell vergeben wurde das Emblem jetzt von der Deutschen Gesellschaft für KardiologieHerz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) an die Verantwortlichen im St. Walburga-Krankenhaus. Ab sofort dürfen sie Urkunde sowie Logo mitsamt der Aufschrift „Chest Pain Unit – DGK zertifiziert“ offiziell benutzen: Die Auszeichnung für enorme  Anstrengungen in exakt diesem Fachgebiet. Um jedoch die Zuteilung zu erhalten, mussten zunächst strenge Kriterien erfüllt werden. Renommierte Experten hatten einst den Anforderungskatalog erstellt - mit der erklärten Absicht, dadurch ein bundesweit anerkanntes Markenzeichen zu schaffen.  

„Chest Pain Unit“ oder kurzum CPU: Ins Deutsche übersetzt, steht der Begriff als Sammelname für medizinische Einheiten, die Betroffenen bei diffusem Brust-Schmerz eine direkte, umfassende Abklärung bieten. Einheiten wiederum, die anhand festgelegter Verfahren dazu beitragen, Grad und Schwere der jeweiligen Erkrankung unverzüglich zu erfassen. Das hierbei angewendete Procedere soll mithelfen, zeitnah vor allem die Personen zu bestimmen, welche mit Verdacht auf einen etwaigen Infarkt besonders schneller, intensiver Versorgung bedürfen – Momente, in denen es auf jede Minute ankommt.

Minimal-invasive Techniken

Während der vergangenen Wochen entstand unter der Regie von Chefarzt Dr. Daniel Gießmann auch im Gebäude am Schederweg eine an den CPU-Prinzipien orientierte Organisationsstruktur. Dort existieren seitdem alle Möglichkeiten, um auf unklaren Brustschmerz kompetent, obendrein bedarfsgerecht zu reagieren. Dabei handelt es sich um einen internen Notfall-Bereich für Akut-Patienten, in dem Beschwerden einerseits, Befunde andererseits rasch miteinander abgeglichen werden. So gibt es hier vier spezielle Überwachungsplätze mitsamt zentralem Monitoring  für regelmäßige Kontrollen der Vitalparameter. Darüber hinaus sind jene Gerätschaften und Vorrichtungen (z.B. für EKG oder Ultraschall) vorhanden, ohne die eine optimale Erhebung notwendiger Daten nicht  zu bewerkstelligen wäre. Und eigens geschultes Personal, Ärzte ebenso wie Pflegekräfte, steht ebenso zur Verfügung. An 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden lang rund um die Uhr – eine der von den Auditoren verlangte Voraussetzung.   

Kernstück des nach Gießmanns Worten „kardiologischen Komplett-Programms“ ist der Mitte Dezember 2014 in Betrieb genommene Linksherzkatheter-Messplatz (LHKM). Auf der Grundlage moderner, minimal-invasiver Techniken erlaubt das High-Tech-Instrumentarium differenzierte Untersuchungs- bzw. Behandlungsmethoden der Herzkammer oder Herzkranzgefäße. Wegen seiner weitreichenden technischen Errungenschaften hat es sich für Infarkt-Patienten längst als unverzichtbar entpuppt.

Hochwertiges Angebot

Fazit: Auf diese Weise können nahezu sämtliche diagnostischen sowie therapeutischen Maßnahmen in Meschede selbst durchgeführt werden. Dementsprechend eng arbeitet Gießmanns Abteilung mit den hiesigen Rettungs-Leitstellen, - diensten, Haus-, Fach- sowie Notärzten zusammen. Was sich zweifellos positiv auf die Versorgungssituation im Hochsauerlandkreis niederschlägt: Die früher oftmals zeitraubenden Anfahrten zu weiter entfernt gelegenen Herzzentren gehören damit der Vergangenheit an.

„Großes Kompliment an Dr. Gießmann“, kommentierte Anja Rapos, Geschäftsführerin des Walburga-Krankenhauses, die DGK-Nachricht. „Mit viel Einsatz, viel Erfahrung und noch mehr Können“ habe er das bereits bei Amtsantritt angedachte Vorhaben forciert. Unterstützt von seinem Team, sei ihm in überzeugender Weise der Beweis gelungen, dass sich in ländlichen Regionen, abseits der urbanen Zentren, „ein hochwertiges Angebot“ etablieren ließe, das der Bevölkerung zugleich „erfreuliche Verbesserungen“ beschere. Das Konzept der CPU bewertete Rapos als "wichtige Ergänzung zur Komplettierung des kardiologischen Leistungsspektrums“: Statistisch belegt, würde es ob der zielgerichteteren  Behandlungsstrategien Heilungschancen erhöhen, parallel plötzlichen Herztod deutlich verringern. Ihr Dank galt allen Beteiligten, „die an dieser Erfolgsgeschichte mitwirkten.“  

Enormer Kraftakt

Dankesworte? Da stimmte Chefarzt Dr. Gießmann sofort ein – und strich seinerseits die engagierte Mithilfe der Kolleginnen und Kollegen heraus: „Auf sie“, betonte er, „ist stets Verlass.“ Nun könne man sich zu Recht darüber freuen, diesen enormen Kraftakt gemeinsam gemeistert zu haben: Für Brustschmerz-Patienten wäre eine „zentrale, qualifizierte Anlaufstelle“ geschaffen worden, die den bisherigen „weißen Fleck auf der Landkarte“ endgültig beseitige. Die Konsequenz: Das Klinik-Profil falle noch attraktiver aus, obendrein werde der Standort Meschede nachhaltig gestärkt.