Besuch aus Berlin: Maria Klein-Schmeink (r.), Bundestagsabgeordnete der Grünen, zudem Mitglied im Gesundheitsausschuss, traf sich mit Anja Rapos (2.v.r.), Geschäftsführerin des St. Walburga-Krankenhauses, und Hans-Dieter Kisling, Leiter der Verbund-Krankenpflegeschule, zum Gedankenaustausch. Begleitet wurde die Politikerin von ihren hiesigen Parteikolleginnen Martina Wolf (2.v.l.), Karin Lüders sowie Mechthild Thoridt (Mitte).

Grüne loben Zukunftsmodell: "Kooperation zwischen stationärer und ambulanter Versorgung ist beispielhaft"

[16.04.2013]

Für Maria Klein-Schmeink, Bundestagsabgeordnete der Bündnis-Grünen, obendrein Mitglied im Gesundheitsausschuss und Sprecherin ihrer Fraktion für Prävention und Patientenrechte, sind Vor-Ort-Besuche ein wesentlicher Bestandteil des eigenen Aufgabenprofils. Eröffnen sie doch die große Chance, gesellschaftspolitische Ideen auf praktische Verwertbarkeit zu überprüfen oder umgekehrt das Wissen um vorhandene Alltagsprobleme in Debatten unterzubringen. Einer dieser Informations-Termine führte die Parlamentarierin nun ins St. Walburga-Krankenhaus Meschede, begleitet von den hiesigen Parteikolleginnen Mechthild Thoridt,  Karin Lüders und Martina Wolf.

„Ein ergiebiges, konstruktives Gespräch“, fasste dort Geschäftsführerin Anja Rapos ihre  Eindrücke zusammen. Während der über zweistündigen Unterredung habe man „offen“ eine Fülle aktueller Fragen diskutieren können. Vorrangiges Thema: die drohende Finanznot in Deutschlands Hospitälern. Nicht von ungefähr hatte sich die Öffentlichkeit höchst besorgt gezeigt, nachdem auf der vor wenigen Monaten in Berlin veranstalteten Fach-Konferenz Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), wirtschaftliche Schwierigkeiten von „nationaler Tragweite“ prognostizierte.  

Strukturreform

Eine Analyse, die jetzt auch Klein-Schmeink aufgriff. Die ökonomische Situation in den Einrichtungen sei durch eine immer weiter auseinander driftende Spanne zwischen massiven Tariflohnerhöhungen und steigenden Energiepreisen einerseits, durch gesetzlich vorgegebene Sondersparauflagen für Kliniken andererseits gekennzeichnet. Die Sparbemühungen der Krankenhäuser hätten außerdem zu einer enormen Arbeitsverdichtung in der Pflege geführt – das könne so nicht weitergehen. Da bedürfe es umfassenderer Maßnahmen als der bloßen Ankündigung, kurzfristig und einmalig mehr Geld zu bewilligen, kritisierte sie jüngste Äußerungen aus den Reihen der Regierungskoalition. Notwendig wäre eine tiefgreifende Strukturreform. 

So müsse künftig bei der Vergütung auch die Qualität medizinischer Versorgung berücksichtigt werden. Und: Würden noch Mittel bewilligt, sollten die der Beschäftigung von zusätzlichem Personal zugute kommen, nicht aber in bauliche Verbesserungen gesteckt werden. Ein anderer Punkt: Mit Blick auf die Investitionsfinanzierung schlugen die Grünen vor, dass fortan hierfür Krankenversicherungen und Länder zusammen Verantwortung übernehmen. Heißt im Klartext: Favorisiert wird ein von beiden Kapitalgebern aufgelegter, anschließend zu gleichen Teilen bestückter Fonds.     

Vernetzung

Mit Freude nahm Rapos zur Kenntnis, dass sich die Delegation deutlich zum Erhalt wohnortnaher Grund- bzw. Notfallangebote bekannte. Dennoch mochte die Verwaltungschefin auf gewisse medizinische Spezialisierungen nicht verzichten: „Aus meiner Sicht sind sie unverzichtbar, um das Grundversorgungsspektrum abzusichern.“ Dass in den Räumlichkeiten am Schederweg mit dem im Juni 2012 verwirklichten Einzug der Dialysepraxis Hochsauerland  ein integriertes, wegweisendes Zukunftsmodell geschaffen worden sei, fand bei dem Kreis um Klein-Schmeink während des Rundgangs durch das Gebäude viel Lob. Damit werde geradezu beispielhaft eine Kooperation zwischen stationären und ambulanten Systemen vollzogen -  beispielhaft für optimale Vernetzung regionaler Behandlungsangebote.

Die Besichtigung endete im Lehrerzimmer der Verbund-Krankenpflegeschule: Beim Meinungsaustausch mit dem Kollegium machten sich die Gäste u.a. für ein Ausbildungskonzept stark, das langfristig die unterschiedlichen Gesundheitsberufe enger zusammenführe.