Groß angelegte Feuerübung testet Ernstfall im St. Walburga-Krankenhaus

[02.07.2011]

Als am Samstagmorgen um 8.45 Uhr der Feueralarm beim Pförtner des St. Walburga-Krankenhauses eingeht, reagiert er sofort: Anruf auf der betroffenen Station 7, der Alarm wird bestätigt. Rauch käme aus einem Zimmer. Jetzt zählte jede Minute – und die Feuerübung beginnt. Allerdings ohne das Wissen der Mitarbeiter!

Zusammen mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Deutschem Roten Kreuz hatte das St. Walburga-Krankenhaus die Großübung geplant. Noch nie wurde in der 75-jährigen Geschichte des Krankenhauses ein solches Szenario bei laufendem Betrieb geübt. Zwar gab es schon kleinere Übungen, aber nie in dem Ausmaß, dass der gesamte Ablauf durchgespielt wurde. Und so kam es, dass das Krankenhauspersonal zunächst den hinteren Bereich auf Station 7 evakuieren musste. Doch damit nicht genug: Kurz darauf ging erneut ein Alarm beim Pförtner ein, dieses Mal sollte es in einem anderen, leer stehenden Gebäudeteil brennen. Was die Mitarbeiter nicht wussten: Das Gebäude stand am Samstag nicht leer! 14 junge Statisten befanden sich auf der betroffenen Station, die alle gerettet werden mussten. Doch wie befördert man einen Mann mit geschientem, hoch gelagertem Bein über die Drehleiter ins Freie? Und was passiert mit dem beatmeten Patienten? Alles Fragen, die die Feuerwehrleute, die Rettungssanitäter und die Ärzte gemeinsam entscheiden mussten. Und das funktionierte bestens.

Nicht nur für das Krankenhaus war es wichtig zu sehen, ob die Brandschutzordnung funktioniert und ob die Mitarbeiter diese auch verinnerlicht haben, auch für die Retter war es eine äußerst aufschlussreiche Übung. Funktioniert der Wassertransport von der Henne bis hoch zum Schederweg? Klappt die Kommunikation zwischen allen Beteiligten? Am Ende konnte jede Seite zu Recht behaupten, für den Ernstfall gut gewappnet zu sein. Allerdings konnten auch Schwächen aufgespürt werden, die ohne die Übung vielleicht nicht ans Licht gekommen wären. So hat das St. Walburga-Krankenhaus festgestellt, dass für den Austausch, für Absprachen oder für schnelle Entscheidungen innerhalb der Krankenhaus-Einsatzleitung eine zusätzliche Ausstattung an Kommunikationsmitteln wie z. B. Handys notwendig ist. Bei der Übung musste zum Teil ein Mitarbeiter als „Bote“ fungieren, da nicht alle Verantwortlichen direkt telefonisch erreichbar waren.

Geschäftsführerin Anja Rapos ist mit dem Verlauf der Übung mehr als zufrieden: „Unsere Mitarbeiter haben gezeigt, dass sie auch im Ernstfall Ruhe bewahren können und das Wohl der Patienten auch in solch heiklen und ungewohnten Situationen immer an erster Stelle steht. Wir sind froh, dass alles so reibungslos geklappt hat.“
Und als Dankeschön für alle Helfer gab es dann ein großes Mittagessen in der Krankenhauscafeteria.