Er gehört am Mittwoch, 13. März, zu jener Experten-Runde, die während der von 16 bis 18 Uhr anberaumten Telefonaktion zum Thema Darmkrebs Fragen interessierter Bürger beantworten wird: Dr. Georg Köhne, Chefarzt im St. Walburga-Krankenhaus Meschede, zugleich Vorsitzender des Darmzentrums Hochsauerland.

Gesunder Lebensstil senkt das Darmkrebsrisiko

[09.03.2013]

Bürger fragen, Experten informieren - im Rahmen einer Telefonaktion, zu der das Darmzentrum Hochsauerland des St. Walburga-Krankenhauses Meschede einlädt. Am Mittwoch, 13. März, klären die drei Chefärzte Dr. Georg Köhne (Gastroenterologie, Tel. 0291-202-2181), Uwe Zorn (Viszeralchirurgie, Tel. 0291 – 202-2182) und Privatdozent Dr. Martin Schwonzen (Onkologie, Tel. 0291-202-2183) zwischen 16 und 18 Uhr unter den angegebenen Rufnummern über alle wesentlichen Aspekte rund um das Thema Darmkrebs auf, werden auf jede an sie gerichtete Problematik ausführlich eingehen. Als weiterer kompetenter Gesprächsteilnehmer innerhalb dieser Runde steht Alfons Wigard an der Hotline Rede und Antwort, Regionalleiter der Deutschen ILCO e.V (Tel. 0291-202-2184). Im Vorfeld des Patientenforums unterhielten wir uns mit Dr. Köhne (Foto) über erste wichtige Details.   

Zum 12. Mal rufen die Felix Burda Stiftung und die Stiftung LebensBlicke den März zum Kampagnen-Monat aus -  vier Wochen, in denen bundesweit zahlreiche Initiativen gestartet werden, um für vorbeugende Maßnahmen im Kampf gegen das Kolonkarzinom zu werben. Warum ist Prävention so enorm wichtig?

Dr. Köhne:  Bei Darmkrebs handelt es sich um eine Erkrankung mit schleichendem Beginn, die sich ausgehend von zunächst gutartigen, so genannten Polypen eher langsam entwickelt, deshalb im Anfangsstadium noch aussichtsreich therapierbar ist. Je rechtzeitiger daher Vorstufen erkannt werden, desto besser fällt die Prognose aus. Wer demnach früh genug den Hausarzt zum Check aufsucht, der befindet sich auf der sicheren Seite.

Die Empfehlung des Mediziners - ab welcher Altersgruppe macht Vorsorge Sinn?

Dr. Köhne:  Erhebungen zufolge tritt die Krankheit häufiger bei Menschen auf (übrigens bei Männern etwas früher als bei Frauen), die sich jenseits der Fünfzig bewegen. Mein Rat: All jene, die bis dahin über keinerlei Beschwerden klagen oder erbliche Belastungen mitbringen, sollten spätestens ab dieser Lebensphase gezielt bei sich nachschauen lassen. Zudem werden ab dem 50. bzw. 56. Lebensjahr die erforderlichen Untersuchungsmethoden – Stuhl-Bluttest  oder die Darmspiegelung – von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Wird nichts Besorgniserregendes festgestellt, liegt der nächste Koloskopie-Termin erst nach zehn Jahren an. Bei Personen hingegen, die bereits etwaige Befunde oder familiäre Anfälligkeiten aufweisen, müssen Kontrollen in weitaus engmaschigeren Intervallen erfolgen.
 
Kann man sich überhaupt wirkungsvoll gegen Darmkrebs schützen?

Dr. Köhne:  Warum jemand erkrankt - hierzu sind kaum gesicherte Erkenntnisse vorhanden. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass gewisse, im Darm befindliche chronische Entzündungsprozesse die Gefahr steigern. Für feingewebliche Adenome mitsamt der Eigenschaft, irgendwann bösartig zu werden, gilt dies in ähnlicher Weise. Nicht zu vergessen: Wer ungesund lebt, übermäßig Alkohol trinkt, zudem fettreiche Kost bevorzugt, obendrein wenig Sport treibt, der sorgt seinerseits für ein erhöhtes Risiko.

Was geschieht, wenn sich tatsächlich Tumore gebildet haben?  

Dr. Köhne:  Das weitere Vorgehen wird in einer Tumorkonferenz festgelegt, an der beispielsweise Vertreter sämtlicher im Darmzentrum Hochsauerland zusammengeschlossenen Fakultäten teilnehmen. Sie, die Fachleute, erörtern dann für den Patienten vor dem Hintergrund der jeweils aktuellen Diagnose die notwendigen Behandlungsschritte – orientiert an modernen, allseits üblichen Standards. Am Ende der Fallbesprechung muss das einvernehmliche Ergebnis stehen.  

Forschung und Medizin sind in der Vergangenheit gewaltige Fortschritte gelungen …

Dr. Köhne: … stimmt. Vieles passiert heutzutage mit einem minimaleren Aufwand.  So werden kleinere Tumore schon endoskopisch entfernt, auch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie lassen sich inzwischen schonender gestalten.

Etliche der Betroffenen fürchten sich nach wie vor,  einen künstlichen Ausgang gelegt zu bekommen.

Dr. Köhne:  Der kann zumeist rückgängig gemacht oder sogar vermieden werden. Oft dient er auch nur als kurzfristige Schutzmaßnahme.