Bürgermeister Uli Hess, der vor dem Rundgang durch die aktuelle Kunstausstellung von Gerhard Becker (r.) im Foyer des St. Walburga-Krankenhauses die Laudatio übernommen hatte, ließ sich von Meschedes bekanntem Zeichner und Maler die neuen Arbeiten in der Werkschau zeigen. Die ist in der Eingangshalle der Klinik bis zum 10. Januar zu sehen. Foto: Hoffmann
Zu der von Gerhard Becker (r.) im St. Walburga-Krankenhaus präsentierte Bilderreihe gehört auch die aktuelle Stadt-Ansicht über den im Frühsommer 2013 fertiggestellten "Henne-Boulevard". Ein Exponat, das erst vor einigen Wochen entstanden, aber zur Freude von Meschedes Bürgermeister Uli Hess schnell zum Blickfang der Besucher geworden ist.

"Gemalte Heimat-Kunde": Stadt-Zeichner Gerhard Becker zeigt seine Aquarelle im Klinik-Foyer

[22.11.2013]

Es sind Bilder mit hohem Wiedererkennungswert. Maßstabsgetreu, realitätsnah, präzise in der Ausführung. Bilder, die typische Szenen aus dem Hochsauerland dokumentieren: Hier das urbane Leben, dort die bäuerliche Idylle – hier die moderne Sehenswürdigkeit, dort die historische Kirche. Bis zum 10. Januar 2014 zeigt Gerhard Becker, Meschedes allseits geachteter Zeichner, über 40  Exemplare aus seiner umfangreichen Sammlung im Foyer des St. Walburga-Krankenhauses – darunter etliche Aquarelle.

Zum Auftakt der Reihe hatte er Angehörige, Freunde sowie treue Weggefährten zu einem privaten Rundgang durch die aktuelle Schau eingeladen. Unter den Ehrengästen weilte auch Bürgermeister Uli Hess, an dem Morgen zugleich der Laudator: „Genau das macht den Künstler aus“, hieß es lobend in der Ansprache, „dass er ein Werk hinterlässt. Dass er Sehen und Träumen direkt in Linien und Farben ausdrückt. Und dass er gar nicht anders kann als einen Pinsel zur Hand zu nehmen, wenn ihn etwas interessiert oder bewegt“ – eben charakteristisch für den Protagonisten.

Sicheres Gespür

So sei es ihm geglückt, weithin Anerkennung und Aufmerksamkeit zu erzielen. Dank des sicheren Gespürs für die Schönheiten und Eigenarten der Städte, Dörfer, Landschaften wären deren Merkmale „immer bestens“eingefangen worden. Durch die ganz eigene Art des „Malens und Zeichnens“ habe er eine Atmosphäre in seine Bilder gebracht, die ihre Besonderheit und Harmonie ausmachten, zudem persönliche Verbundenheit gegenüber dem hiesigen Raum verdeutlichten.

Mit dem praktizierten Format „gemalter Heimat-Kunde“ hinterlasse Becker nachhaltige Wirkung – letztlich auch einer der Auslöser dafür, warum die jeweiligen Motive bislang in zahlreichen Bänden veröffentlicht wurden. Hess vergaß es in dem Grußwort nicht zu erwähnen: Gerade weil die Kommune dessen Arbeiten schätze, habe sie diese zu Repräsentationszwecken gern verschenkt – Präsente, die stets mit „großer Freude entgegengenommen“ worden wären.

Faszinierende Blickwinkel

Der 87-Jährige, anno 1925 im heutigen Castrop-Rauxel geboren und seit den frühen Sechzigern vor Ort ansässig, nutzte die Gelegenheit, um jene tatkräftig unterstützenden Multiplikatoren zu benennen, die ihn im Laufe der Zeit bei einzelnen Projekten intensiv gefördert hatten. Dass der Notizblock, auf dem er etwa bei Ausflügen gewonnene Eindrücke in flüchtigen Bleistiftskizzen festhält, bevor die Entwürfe daheim akribisch vollendet werden, nach wie vor zur festen Ausrüstung gehört, verriet der studierte Architekt am Rande.

Häufig gelingen dabei die ungewohnten, trotzdem markanten Perspektiven – wie eine Bekannte aus dem Umfeld der Familie begeistert berichtete. „Durch die Einkaufsstraße von Lippstadt beispielsweise bin ich schon häufiger gebummelt, doch noch nie habe ich sie aus diesem faszinierenden Blickwinkel erlebt.“

Attraktives Angebot

Ab sofort nun knapp zwei Monate lang die Leihgaben beherbergen zu dürfen, bezeichnet Klinik-Geschäftsführerin Anja Rapos als „sehr attraktives Angebot“ für Patienten und Besucher. Es werde dazu beitragen, Betrachtern den Reiz der Region auf liebenswerte Weise zu vermitteln. Für Beckers Bereitschaft, sich in den vergangenen Tagen die Anstrengungen einer aufwändigen Präsentationsvorbereitung zugemutet zu haben, zollt sie ihm ein dickes Kompliment – „und aufrichtigsten Dank, der ebenso den Helfern im Hintergrund gilt“.