Exaktere Diagnose ohne belastende Röntgenstrahlen dank neuem MRT

[30.03.2009]

Das St. Walburga-Krankenhaus hat mit einem neuen Hochleistungsgerät der Magnetresonanztomographie (MRT) die Möglichkeiten der Diagnostik erweitert. Der neue MRT-Scanner, der seit Januar 2009 im Einsatz ist, verfügt über ein Magnetfeld, das bis zu 5.000 mal stärker als das Magnetfeld der Erde ist. Mit dem extrem leistungsfähigen MRT-System können die Ärzte des St. Walburga-Krankenhauses über eine nicht-invasive Untersuchungsmethode, die ohne belastende Röntgenstrahlen auskommt, zu einer exakteren Diagnose gelangen.

Bilder ohne Röntgenstrahlung
Das neue System ermöglicht es den Ärzten, selbst kleinste Veränderungen im Körper zu erkennen. Dies gilt vor allem für die Darstellung des Gefäßsystems, für alle Gelenke sowie für das Gehirn und die Bauchorgane und andere Weichteile. Bereits ab einer Größe von zwei Millimetern Durchmesser sind Tumore erkennbar und andere sehr kleine Veränderungen im Körper werden für die Ärzte erstmals sichtbar. Auch Gefäßveränderungen lassen sich ohne Röntgenstrahlung und ohne invasiven Katheter oft auch ohne Kontrastmittel entdecken. Somit wird eine verbesserte Diagnostik im Bereich der Gefäße des Gehirns sowie der Gefäße im Brustkorb und der Bauchorgane erreicht. Mit dem neuen MRT-Scanner können die Ärzte außerdem klarer zwischen einem Tumor, einem Abszess oder degenerativen Prozessen unterscheiden.

Herzdiagnostik
Der neue MRT-Scanner verfügt über das weltweit erste voll digitale Datenerfassungssystem, das die empfangenen Signale ohne analoge Zwischenschritte direkt verarbeitet. Das System bietet eine bessere Bildqualität und ermöglicht auch Echtzeit-Aufnahmen bei schnellen Bewegungen, zum Beispiel vom Herzen. Mit dem MRT-System wird zukünftig auch eine Beurteilung der Herzkranzgefäße möglich sein. Bisher sind diese Gefäße nur mit einer Katheteruntersuchung oder mittels Computertomographie (CT) sichtbar. Durch den Einsatz der MRT kann ein Kardiologe jetzt ohne Strahlenbelastung eine diagnostische Vorauswahl treffen und den Katheter ganz gezielt nur dann einsetzen, wenn er bei der MRT-Untersuchung bereits Hinweise auf eine Verengung in den Herzkranzgefäßen gefunden hat.
Seit Januar 2009 ist ein MRT-zugelassenes Herzschrittmachersystem verfügbar, so dass Patienten mit diesem neuen System in der MRT untersucht werden können. Die alten implantierten Schrittmachersysteme sind jedoch weiterhin nicht für eine MR-Untersuchung geeignet.

Darmdiagnostik
Die Ärzte des St. Walburga-Krankenhauses wollen zukünftig neben der Darmspiegelung die Magnetresonanztomographie im Rahmen der Darmkrebsvorsorge einsetzen und den Dickdarm mit Hilfe dieser virtuellen Koloskopie nach möglichen Tumoren absuchen. Die Kernspintomographie bietet für die Diagnosefindung Vorteile, da sowohl die gesamte Darmwand als auch die anderen Organe im Bauchraum beurteilt werden können.

MR-Mamma-Diagnostik
Manche Brustkrebsarten sind weder tastbar, noch in der Mammographie und im Ultraschall sichtbar. Hier führt die Kernspintomographie ohne Strahlenbelastung zu zusätzlichen diagnostischen und therapierelevanten Aussagen. Damit besitzt das St. Walburga-Krankenhaus – wie ein zertifiziertes Brustzentrum – auch alle relevanten Verfahren zur Mammadiagnostik.

„Das neue Gerät bringt uns Vorteile in vielen medizinischen Bereichen und ist somit ein großer Gewinn für unsere Patienten“, freuen sich die Geschäftsführer Helmut Krampe und Walter Kuhlmeyer.