Die Arnsberger Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Hochsauerlandkreis sowie das St. Walburga-Krankenhaus Meschede unterstützen die Gründung eines neuen Initiativkreises für "Pflegende Angehörige". Die Auftaktveranstaltung wurde für den 29. Oktober im Konferenzsaal der Kreisstadt-Klinik anberaumt.

Erfahrungsaustausch über die Pflege daheim: Angehörige gründen neue Selbsthilfegruppe

[23.10.2013]

Die Fakten: In Deutschland sind - laut Wikipedia - weit über zwei Millionen Menschen pflegebedürftig, von ihnen werden rund zwei Drittel in häuslicher Umgebung versorgt, hiervon etwa zwei Drittel ausschließlich von Angehörigen. Diese nehmen häufig bei der regelmäßigen Betreuung ihrer Familienmitglieder enorme Belastungen auf sich, die nicht selten zu erheblichen psychischen und physischen Beeinträchtigungen führen. Insbesondere die körperlichen Anstrengungen sind hier zu nennen - hervorgerufen durch Heben oder Umlagern der Patienten. Nicht zu vergessen: die sozialen Einschränkungen oder finanziellen Aufwendungen. 

Derlei Erfahrungen hat die Meschederin Marlis Enssen-Hoffmann selbst zuhauf gesammelt. Um sich mit anderen zum längst überfälligen Gedankenaustausch treffen zu können, entwickelte sie daher die Idee, in Meschede und Umgebung einen Gesprächskreis für „Pflegende Angehörige“ zu gründen. Unterstützt wird die Initiatorin bei ihrem Vorhaben von der AKIS im HSK (Arnsberger Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Hochsauerlandkreis) und vom St. Walburga-Krankenhaus, das fortan die Räumlichkeiten für Treffen zur Verfügung stellt. „Die Anfrage, ob wir bei dem Projekt behilflich sind", betont dort Geschäftsführerin Anja Rapos, „ist intern sofort positiv beantwortet worden. Die Pflege von Patienten gehört bei uns zu den Kernaufgaben, deshalb lassen sich aus einer Zusammenarbeit viele nützliche Synergie-Effekte ableiten.“

Familiäres Umfeld

Der Auftakt findet nunmehr am Dienstag, 29. Oktober 2013, ab 18.30 Uhr im Konferenzsaal der Kreisstadt-Klinik (neben der Cafeteria) statt. Melanie Wolff, im Sozialdienst der Einrichtung u.a. als Beraterin tätig, wird aus ihrem Berufsleben berichten, darüber hinaus jene Alltagsschwierigkeiten benennen, mit denen das familiäre Umfeld bei der Pflege daheim konfrontiert wird. Im Anschluss steht sie dem Auditorium für Fragen zur Verfügung, will auch fürderhin die Selbsthilfegruppe mit Rat und Tat begleiten.

„Mit der Begleitung meiner hilfsbedürftigen Eltern, beginnend vor zwei Jahren, hat sich das eigene Leben komplett verändert“, berichtet Enssen-Hoffmann rückblickend. „Persönliche Bedürfnisse rutschten stark in den Hintergrund, da es Mutter und Vater so gut wie eben möglich ergehen soll. Mal eine Auszeit zu nehmen oder einfach Muße zu haben, dies wurde zum reinsten Wunschdenken.“ Deshalb wendet sich der angedachte Initiativkreis jetzt bewusst an weitere Betroffene, die ihrerseits über Erlebtes reden möchten.

Verschiedene Themenabende

„Wir wollen innerhalb der Gruppe zum einen die für uns typischen Probleme erörtern, zum anderen uns gegenseitig Hilfestellungen geben“, erläutert die Diplom-Pädagogin Sinn und Zweck des Vorhabens. Darüber hinaus wird angestrebt, gemeinsam mit Fachleuten verschiedene Themenabende zu organisieren, bei denen die Referenten – beispielsweise Ärzte, Krankenpfleger, Versicherungsagenten – sachkundig informieren. Geplant sind monatliche Zusammenkünfte, die übrigen Regularien werden während der ersten Veranstaltung geklärt. .

Die AKIS-Mitarbeiterinnen sind überdies mit einem Aktionsstand vertreten, an dem sich gezielt Auskünfte über die in der Region existierenden Selbsthilfegruppen einholen lassen. Ansprechpartnerinnen sind entweder Marlis Enssen-Hoffmann (Tel.: 0291/52032) oder Marion Brasch (Tel.: 02931/ 9638-105).

E-Mail-Kontakt: selbsthilfe@arnsberg.de