Die ersten Medizin-Stipendiaten fangen im St. Walburga-Krankenhaus an

[05.04.2012]

Die Suche nach guten Ärzten erweist sich insbesondere in ländlichen Gegenden immer wieder als schwierig. Das ergeht auch dem St. Walburga-Krankenhaus Meschede nicht anders. Doch oftmals kann man selbst etwas tun, um einen Weg aus dieser schwierigen Situation zu finden. Und das hat das Krankenhaus gemacht: Seit 2009 erteilt es Stipendien an Medizinstudenten, die sich verpflichten, nach ihrem Examen eine zeitlang im St. Walburga-Krankenhaus tätig zu sein. Mit Erfolg: Am 1. April 2012 haben hier die ersten beiden Stipendiaten angefangen zu arbeiten.

"Es hilft nichts, sich immer nur über die Situation zu beklagen und von der Politik Hilfen zu fordern", meint der Personalleiter Klaus Grosche. "Wir bieten den Studierenden direkt einen Anreiz, um bei uns tätig zu werden." Und dieser Anreiz kann sich durchaus sehen lassen: Mit monatlich 400 Euro werden Medizinstudenten über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren gefördert, wenn Sie unterschreiben, dass sie nach ihrem Examen mindestens genauso lange, wie sie Geld bezogen haben, auch als Arzt im St. Walburga-Krankenhaus tätig sein werden. Hinzu kommen eine persönliche Betreuung während des gesamten Förderzeitraums, und das Angebot, an allen innerbetrieblichen Fortbildungen des Hauses schon während des Studiums teilzunehmen. Wer möchte kann sich auch schon mal im Rahmen einer Famulatur seinen zukünftigen Arbeitsplatz anschauen.

Der Vorteil für die angehenden Ärzte liegt auf der Hand: Sie können sich in Ruhe auf ihr Examen vorbereiten, ohne Zeit mit einem Nebenjob zu verlieren. Und wer kann schon während des Studiums behaupten, dass er nach Abschluss eine Stelle als Assistenzarzt sicher hat?

Das scheinen die Studenten auch verstanden zu haben, denn am 1. April haben die ersten zwei Stipendiaten ihren Dienst angetreten. Eine davon ist Mura Henneke. Sie stammt aus Duisburg und hat bereits 2009 eine Famulatur in der Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Walburga-Krankenhauses absolviert. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie sich für das Stipendium entschieden hat: "Ich werde hier schnell integriert und es bestehen flache Hierarchien. Als Ärztin, die klinisch arbeiten will, finde ich hier ideale Weiterbildungsvoraussetzungen und Arbeitsbedingungen. Der Chefarzt in meiner Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, Kurt Müller, kümmert sich zudem persönlich um meine Anleitung."

Am 1. Juli folgt ein dritter Arzt. Insgesamt wurden bisher sechs Stipendien vergeben. "Das freut uns sehr, und wir hoffen, dass noch viele Studierenden diesem Beispiel folgen", sagt Geschäftsführerin Anja Rapos. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Physikum. Wer trotz Vertrag dennoch nicht seinen Dienst antritt, muss das Fördergeld zurückzahlen. Bisher ist es dazu aber im St. Walburga-Krankenhaus nicht gekommen.

Das Krankenhaus war die erste Klinik im Sauerland, die Medizin-Stipendien vergeben hat. Neben dem Faktor Geld gibt es aber auch noch andere Gründe, als Arzt aufs Land zu kommen. Niedrige Immobilienpreise, viel Natur für Freizeitaktivitäten, und eine schnellere Integration ins Team, da jeder gebraucht wird. Somit lernt man auch schneller und mehr.

Informationen gibt es in der Personalabteilung unter Telefon 0291.202-2170 und im Internet.