Geistreich, feinsinnig, wortgewaltig: Kabarettist und Buchautor Carsten Höfer, bundesweit als "Frauenversteher" bekannt geworden, stellt am Donnerstag, 5. Juni, ab 19.30 Uhr in der Caféteria des St. Walburga-Krankenhauses Meschede sein gleichnamiges Episoden-Buch vor. Ein amüsantes Nachschlagewerk für all jene, die mehr über typische Verständigungsprobleme zwischen IHR und IHM erfahren möchten.

Der Kavalier unter den Kabarettisten: Carsten Höfer trumpft als Frauenversteher auf

[22.05.2014]

Er ist der Kavalier unter den Spitzzünglern – einer, der geistreich, scharfsinnig, wortgewaltig obendrein, die Pointen abfeuert. Okay, bissige Seitenhiebe verteilen kann der Typ im feinen Zwirn genauso gekonnt. Doch Carsten Höfer, bundesweit bekannter Kabarettist und Autor, driftet weder in billige Klischees noch zweideutige Zoten ab. Was ihn, den talentierten Stand-Up-Comedian, umtreibt, erfahren Zuhörerinnen und Zuhörer am Donnerstag, 5. Juni, ab 19.30 Uhr in der Caféteria des St. Walburga-Krankenhauses.

Show-Time am Schederweg – dort, wo in den vergangenen Monaten bereits „Wilsberg“-Erfinder Jürgen Kehrer spannende Detektiv-Storys vortrug, die Soft-Rocker „The Dandys“ an ihren Ruf als Beatweltmeister `67 erinnerten oder Rudel-Sänger David Rautenberg mit Hitparaden-Klassikern von gestern und heute zum heiteren Karaoke-Spaß einlud. Nunmehr ist Humorexperte Höfer zu Gast: „Frauenversteher“ lautet das Programm jener knapp zweistündigen Lesung, in der er sein gleichnamiges Buch präsentiert, das Verständigungsprobleme zwischen IHR und IHM auf höchst amüsante Art aufspießt (Eintritt frei).

Gedanken - Visionen - Leidenschaften

Ja – der Münsteraner kennt sie nur zu gut, die Damenwelt. Verkleidete ihn doch die sechs Jahre ältere Schwester früher immer als Mädchen. Mit Schleifchen im Haar und Röckchen um die Hüften wurde er ausstaffiert und zu allem Übel noch fotografiert. Wahrscheinlich führte diese „Zwangsfeminisierung“ dann dazu, dass der Sympathikus inzwischen umso besser weiß, wie das weibliche Geschlecht fühlt und handelt: Gedanken, Visionen, Leidenschaften – ihm ist nichts fremd. Aber der Charmeur durchschaut auch sie, die Männer - mitsamt ihren Gewohnheiten, Verhaltensweisen, mitsamt kleinen und großen Macken. Schließlich gehört er selbst zu dieser Gattung.  

Neben neu ausformulierten Highlights aus dem Live-Repertoire lässt sich an dem Abend über jede Menge vergnüglicher Beziehungsszenen köstlich feixen. Episoden eben, bei denen die Alltagskomik fröhliche Urständ` feiert: Was tun, wenn das Beispielpärchen Claudia und Peter kolossal aneinander vorbeiredet? Wenn SIE aufgekratzt aus der Stadt nach Hause kommt, sich voller Mitteilungsdrang beinahe überschlägt, ER hingegen rundum zufrieden auf dem Sofa sitzend nichts anderes im Schilde führt als schlichtweg nur zu wohnen? Apropos - „wohnen“ gilt bei Herren als vollwertige Tätigkeit . . . Muss da wirklich erst die Biernebenhöhle bedient werden, um das maskuline Artikulationszentrum zu aktivieren?

Beobachter - Erzähler - Top-Schalk

Für Kommunikationskatastrophen solchen oder ähnlichen Ausmaßes erhält das Publikum während der Veranstaltung viele anwendungsfreundliche Lösungshilfen. Dabei entpuppt sich Höfer als detailgetreuer Beobachter und witziger Erzähler - Eigenschaften, die längst das Fernsehen registrierte: So spielte er u.a. an der Seite von Mirko Nontschew in allen 13 Folgen der „Mircomania“-Serie mit, wurde 2003 mit dem TV-Preis „Comedy Hot Shot 2003“ ausgezeichnet und moderierte anno 2006 zusammen mit Gerlinde Jänicke die „Bitte lachen“-Show auf RTL 2. Den Kleinkunstbrettern aber ist der Top-Schalk eisern treu geblieben.