Der Wunsch nach sozialem Engagement hat sie zusammengeführt: Neun Frauen sowie sieben Männer (es sind nicht alle Gruppenangehörigen auf dem Foto vertreten) gehören zum ökumenisch organisierten Besuchsdienst des St. Walburga-Krankenhauses. Allen ehrenamtlichen Helfern gemeinsam: Auf den ihnen zugeordneten Stationen der Klinik sind sie tatkräftig im Einsatz - zum Wohl der Patienten.

Besuchsdienst verschenkt Zeit - zum Wohl der Patienten

[28.08.2014]

Nein, für ihre Antwort müssen sie nicht lange überlegen. Befragt nach dem Anspruch des ehrenamtlichen, anno 2005 gegründeten  Besuchsdienstes im St. Walburga-Krankenhaus, haben Marietheres Wrede und Gerhard Peus gleich die passende Formulierung parat: „Wir“, betont das aktuelle Sprecher-Team des unter dem Dach der Caritas-Konferenzen ökumenisch organisierten Zusammenschlusses, „wir verschenken Zeit“ - Zeit, die ausschließlich Patienten gewidmet ist.

„Es gibt nichts Gutes außer man tut es“, fügt Peus das wohlbekannte Kästner-Zitat hinzu – eben jenes Motiv, mit dem etliche Mitglieder, allesamt gestandene Persönlichkeiten aus der hiesigen Stadt-Gesellschaft, ihre unentgeltliche Tätigkeit begründen. Zugleich ein Anlass, um  sich – häufig nach Eintritt ins Rentenalter - der Gruppe anzuschließen. „Für Viele ist es enorm wichtig“, berichten die Vorsitzenden, „weiterhin soziale Verantwortung übernehmen zu können.“

Menschliche Nähe

Andere wiederum haben in der Vergangenheit schwere Schicksalsschläge erlitten, dabei Trost und Anteilnahme von außen erhalten. Nun möchten sie zurückgeben, was ihnen einst an menschlicher Nähe selbst zuteil wurde. „Dadurch“, sagt beispielsweise die ältere Witwe, deren Ehepartner unlängst ganz plötzlich starb, „bekommt mein Alltag wieder einen Sinn“ - Engagement, das zutiefst bereichert: „So unterschiedlich dies bisweilen ausfallen mag“, erklären Wrede und Peus übereinstimmend,  „generell steckt das Ziel dahinter, dem Kranken in schwierigen Lebenslagen Geborgenheit zu vermitteln.“

Da melden sich dann die Mitglieder - neun Frauen sowie sieben Männer - Woche für Woche an einem Vormittag ihrer Wahl auf den zugeordneten Stationen. Und sind hier für mehrere Stunden einfach zur Stelle: Sitzen am Krankenbett, führen Gespräche, hören aufmerksam zu, beruhigen, ermuntern, erledigen zudem kleinere Besorgungen – auf der Grundlage enger Kooperation mit dem Pflegepersonal.

Positive Rückmeldungen

„Die professionelle Betreuung“, argumentiert Wrede, „ist Sache der Ärzte, Schwestern, Mitarbeiter. Eine darüber hinausreichende Zuwendung stößt aber oft an Kapazitätsgrenzen. Unsere Aufgabe besteht deshalb darin, etwaige Lücken, die ein gelegentlich hektischer Klinikbetrieb verursacht, einfühlsam zu schließen.“ Zudem weiß sie von etlichen Bettlägrigen, die über keinerlei oder nur geringe familiäre Bindungen verfügen. „Desto notwendiger ist es, dass sich die Betreffenden gegenüber jemandem öffnen“ - ein Angebot, von dem Patienten gern Gebrauch machen. „Unglaublich, welche Wertschätzung uns entgegengebracht wird“, ist der pensionierten Pädagogin die Freude über die zahlreichen positiven Rückmeldungen deutlich anzumerken.

Um für den Dienst am Nächsten vorbereitet zu sein, ließen sich die freiwilligen Helfer anfangs eigens schulen. Nahmen an mehreren, thematisch unterschiedlich ausgerichteten Einführungsabenden teil, wurden obendrein von Fachkräften sorgfältig eingewiesen. Noch heute trifft sich die Schar mehrmals im Jahr zu intensivem Austausch, um die unterdes gesammelten Erfahrungen miteinander zu bereden. Angeleitet von Klinik-Seelsorgerin Theresia Brüggemann, gehört die Reflexion über das eigene Tun als fester Bestandteil zum Programm der Auswertungseinheiten. Zu den gemeinsamen Aktivitäten zählen auch gesellige Ausflüge, Wanderungen etwa oder das gemütliche Beisammensein im Advent: „Ein Ausgleich“, bekräftigt Peus, „um neue Energien zu tanken“ – Energien, die der Runde Kraft verleihen für den sensiblen Einsatz im Gebäude am Schederweg.

Wichtige Bindeglieder

Dort äußert sich Pflegedirektorin Petra Niermöller, die einst den Kreis maßgeblich mitinitiierte, voller Anerkennung: „Es sind gern gesehene Kolleginnen und Kollegen – wichtige, neutrale Bindeglieder, die allerhand auffangen.“ Gerade weil sie vorbildlich dafür sorgen würden, dass sich niemand in den Krankenzimmern einsam und allein gelassen fühlen müsse, „haben wir ihnen viel zu verdanken.“

Wer weitere Auskünfte erwünscht, kann sich bei Marietheres Wrede (Tel. 0291/6547) oder Gerhard Peus (Tel. 0291/9083 061) näher informieren.