Sobald die ersten Flocken vom Himmel rieseln, rücken Martin Schulte (v.l.), Guido Hötte und Dirk Hoffmann - allesamt Mitarbeiter in der technischen Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses - mit den Schneepflügen aus, um Parkplätze, Bürgersteige, Gehwege und Treppen im Umfeld des Klinikgeländes freizuräumen.

Bei Schnee und Eis müssen die Profis `ran: Keine Rutschgefahr für Patienten

[25.01.2013]

Leise rieselt der Schnee. Doch wahre Freude über solch landschaftlich reizvolle Idylle empfinden Martin Schulte und Guido Hötte aus der technischen Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses Meschede erst nach getaner Arbeit. Denn der Flocken-Tanz von oben beschert dem Duo zunächst einen anstrengenden Full-Time-Job - oftmals von morgens bis abends, oftmals an Wochenenden oder Feiertagen.

Ausgeklügelter Dienstplan

Je nach Witterung sind nach ausgeklügeltem Dienstplan die Räumzeiten zwischen 7 und 20 Uhr zu besetzen - berufliche Erfordernisse, hinter denen persönliche Interessen notfalls zurückzustehen haben. Müssen doch Parkplätze, Bürgersteige, Gehwege und Treppen im Umfeld des Klinikgeländes stets in der Weise freigeräumt sein, dass Patienten, Besucher, Zulieferer, natürlich auch die Angestellten, risikolos das Gebäude betreten können. Ohne Gefahr zu laufen, auf glattem Boden auszurutschen. Kein leichtes Unterfangen angesichts eines weitläufigen Areals, das vom Verwaltungstrakt bis zum Heizkraftwerk reicht, insgesamt nahezu 80.000 Quadratmeter, davon 16.500 an Streufläche umfasst.  

Kündigen die Meteorologen in der Vorschau verschneite Regionen an, beginnen sich die Zwei bereits gedanklich auf den Einsatz einzustellen. Und häufig gehört es zur Vorbereitung, dass sie zusätzliche Informationen über die Wetterlage im Hochsauerlandkreis einholen. Um ihnen die Aufgabe zu erleichtern, sind zwei Traktoren vorhanden, die über spezielles Winter-Zubehör verfügen. „Bei Dauer-Niederschlag“, berichtet Gärtnermeister Schulte, „drehen wir praktisch eine Runde nach der anderen.“ Frustrierend: „Dort, wo wir gerade noch gefegt haben, liegt schon geraume Zeit später wieder dicker Belag.“

Kampf gegen das Blitzeis

Um sich mit den Schleppern nicht gegenseitig in die Quere zu geraten, gibt’s verschiedene Routen, auf denen die Männer nach einem zuvor festgelegten Schema kurven. Gelingt es ihnen trotzdem nicht, sämtliche Zugänge mit Hilfe der Maschinen zu kehren, springen die Fahrer vom Trecker herunter, greifen dann selbst zu Schaufel und Besen, um nach altem Muster die weiße Pracht beiseite zu schieben. „Größtmögliche Sicherheit, das ist unser Anspruch“, kennen die Profis nur ein Ziel.

Ähnlich mühselig beizukommen, berichten sie, ist dem Blitzeis. „Streusalz wirkt nur relativ kurz, da gilt es regelmäßig nachzulegen.“ Damit von November bis April keine Engpässe drohen, lagern in der Gerätehalle circa 30 Tonnen Vorrat. „Ein normaler, nicht allzu strenger Winter verschlingt etwa die Hälfte.“ Nachdem jedoch Väterchen Frost in den vergangenen Jahren gar manches Mal für unerwartete Kapriolen sorgte, die den Bestand drastisch verringerten, deckt sich der Betrieb nun schon seit längerem jeweils in den Sommermonaten mit genügend Mengen ein. Die reine Vorsichtsmaßnahme. „Dadurch“, betont Schulte, „ersparen wir uns letztlich Probleme beim Nachschub und hohe Kosten während der Hauptsaison.“  

Purer Stress

Sagt’s, klettert hinter das Lenkrad, drückt den Anlasserknopf - und zieht erneut seine Kreise. Nichts, so meint man, vermag ihn auf der Tour aus der Ruhe zu bringen. „Doch“, entgegnet er mit verschmitztem Grinsen, „falsch abgestellte Autos sind ein richtiges Ärgernis. Sich um die PKW herumzuschlängeln, bedeutet puren Stress. Deshalb sollte man uns mit diesen überflüssigen Hindernissen tunlichst verschonen.“ Die kleine, freundliche Bitte -  an all jene, die es mit der Straßenverkehrsordnung zuweilen nicht ganz genau nehmen.