Auf ihrer aktuellen Adventstournee gastieren The Dandys am Sonntag, 15. Dezember, im St. Walburga-Krankenhaus Meschede. Dort treten sie ab 16 Uhr in der Caféteria auf, erinnern neben altvertrauten Weihnachtsliedern musikalisch an jene Zeiten, als sie 1967 den offiziellen Titel "Beat-Weltmeister" erwarben. Foto: Privat

Beat-Weltmeister von 1967 geben Weihnachtskonzert: The Dandys werben für Organspende

[10.12.2013]

Sie waren selbst dabei – die vier smarten Herren, als im vorigen Jahrhundert, Mitte der Sechziger, schneidige Gitarren-Rhythmen rund um den Globus waberten. Damals wurden die Klampfen noch mit Tonabnehmern getunt. Und Opa musste sein altes Radio opfern, das die Jungs dann zum Verstärker umfunktionierten. Abenteuerlich zusammengesuchte Trommeln aus unterschiedlichen Schützenvereinen ergaben wiederum ein provisorisches Schlagzeug. Der Gesang jedoch erklang tatsächlich live, denn Mikrofone besaß man nicht: Das Zeitalter jener Band, die am Sonntag, 15. Dezember, ab 16 Uhr in der Caféteria des St. Walburga-Krankenhauses die Instrumente auspackt - Eintritt frei. 

Auf der aktuellen Adventstournee durch deutsche Kliniken macht das Quartett „The Dandys“ auch am Schederweg Station. Neben den wohlvertrauten Weihnachtsliedern gehören zum Repertoire die Klassiker von einst, darüber hinaus werden etliche Stücke des neuen Albums „Wahrheiten“ präsentiert. Übrigens: Beim jüngst veranstalteten Rock- und Pop-Festival in Ludwigshafen gewann die Gruppe den ersten Preis für den besten, deutschsprachigen Song 2013.  

Rekordmarke geknackt

Anno ´65 gegründet, gelang es ihr schnell, den Bekanntheitsgrad zu steigern, kam doch einer aus der Truppe auf die Wahnsinnsidee, die damals bestehende Rekordmarke im Beat-Marathon zu knacken. Sie lag bei 208 Stunden Dauer-Beschallung – aufgestellt von einer amerikanischen Formation. Die "Dandys" gingen frohgemut ans Werk, spielten und spielten, landeten schließlich bei 240 Stunden nonstop. Seitdem dürfen sie sich mit dem offiziellen Titel „Beatweltmeister 1967“ schmücken.

Bis 1970 reiste das Ensemble erfolgreich durch die Bundesrepublik, Frankreich, Belgien und die Niederlande. Danach trieb es die Mitglieder für eigene Projekte zunächst auseinander, ihre alte Combo jedoch löste niemand von ihnen auf. Im Jahre 2007 folgte das Comeback. Bassist Dieter Kemmerling war zuvor schwer erkrankt, konnte aber durch ein Spenderorgan geheilt werden. „Wer so viel Glück hatte“, lautete seitdem die persönliche Devise, „der muss auch etwas zurückgeben.“ Deshalb wurde, unterstützt von Udo Lindenbergs Kapellmeister Steffi Stephan, die  Kampagne „no panic for organic“ initiiert: Sag` "Ja" zur Organspende. Denn sie hilft mit, im Einzelfall Leben zu retten. An Kemmerlings Seite - natürlich: die Freunde von einst.

Wissenslücken beseitigt

Botschafter für die gute Sache: Bis heute vergeht kein Konzert, ohne dass die Mannen nicht vorher über das Thema Transplantation informiert haben. Unermüdlich ziehen sie jetzt wieder durch die Lande, um während der Auftritte in Gesprächen mit dem Publikum etwaige Wissenslücken zu beseitigen. Doch über allem steht die Absicht, der Zuhörerschar gerade in diesen Wochen eine besondere Freude zu bereiten: „Wir möchten“, sagen die Musiker, „auf das Fest einstimmen.“

Die soziale Tat bewegt zudem den Mittelkurs der Verbund-Krankenpflegeschule: Der Spendenerlös des an dem Nachmittag extra für Patienten und Besucher organisierten Waffelbackens werden dem Kinder-Hospiz "Balthasar" in Olpe überreicht.