Aufmerksames Publikum: Die Jungen und Mädchen aus der Mescheder AWO-Kindertagesstätte "Kleine Wolke" hörten während des Rundgangs durch das St. Walburga-Krankenhaus interessiert zu, als ihnen Küchenchef Heiner Moczko (Mitte) die verschiedenen Gerätschaften erläuterte.
Haube, Umhang, Mundschutz: Die Gäste mussten sich zunächst in passende Klinik-Kleidung hüllen, bevor sie unter der Regie von Pia Bornemann (hintere Reihe, r.) einen Blick hinter die Kulissen des St. Walburga-Krankenhauses werfen durften. Begleitet wurde die Gruppe von den beiden Erzieherinnen Christina Lumme und Theresa Schulz (ebenfalls hintere Reihe).

Auf leisen Sohlen über die Flure: Kindertagesstätte "Kleine Wolke" besichtigte das Krankenhaus

[22.10.2013]

Der blaue Umhang ist viel zu groß. Und der weiße Mundschutz verdeckt bei einigen sogar die Augen. Putzig sehen sie aber trotzdem aus, die fünfzehn Jungen und Mädchen aus der AWO-Kindertagesstätte „Kleine Wolke“: Bevor sie das St. Walburga-Krankenhaus besichtigen, hat Pia Bornemann, die Mitarbeiterin aus dem Team der Unfallchirurgie, zunächst passende Kleidung verteilt – das typische Outfit für all jene, die einen Blick hinter die Kulissen werfen möchten. Erst danach kann der Rundgang starten. Parallel bittet die Klinikführerin eindringlich darum, sich unterdes „mucksmäuschenstill“ zu verhalten: „Unsere Patienten sollen schnell wieder gesund werden“, lautet die Botschaft, „deshalb dürft ihr deren Mittagsruhe nicht stören.“

Kein Problem – auf leisen Sohlen schleichen die Fünf- bis Sechsjährigen fortan über die Flure. Auf ihrem Weg bekommen die Gäste so manche Abteilung gezeigt, sie unterhalten sich dennoch nur im Flüsterton miteinander. Selbst als Küchenchef Heiner Moczko schildert, bei welchen Minus-Temperaturen die Lebensmittel in der Kühlkammer gelagert oder wie die Unmengen an Geschirr täglich gesäubert werden, wagt niemand laut seine Fragen an ihn zu richten.  

Aufgewecktes Völkchen

Während des Abstechers in den Trakt der Physiotherapeuten jedoch wird die Zurückhaltung rasch aufgegeben – beim Anblick der im Fitness-Raum aufgebauten Geräte reden plötzlich alle munter drauf los. Vor allem der Crosstrainer mittendrin stachelt die Neugierde an. Auch der im Behandlungszimmer nebenan installierten Rotlichtlampe begegnet niemand mit Scheu. „Mein Papa“, berichtet einer der Steppkes altklug, „benutzt die immer, wenn ihm der Rücken weh tut.“ Das Stichwort für Matthias Mantsch, den Experten, um vom wohligen Einfluss wärmender Strahlen auf verspannte Muskeln zu erzählen.

Sichtliche Freude über das aufgeweckte Völkchen empfinden die zwei Erzieherinnen Christina Lumme und Theresa Schulz. „Schön zu beobachten“, meinen die Begleiterinnen übereinstimmend, „wie begeistert die Gruppe bei der Sache ist.“ Anfangs, erinnern sich die beiden Frauen, habe man in der Kita Behandlungsabläufe noch mit dem Arztkoffer spielerisch nachgestellt, inzwischen aber gehöre der rund einstündige Besuch im Gebäude am Schederweg als fester Bestandteil zum pädagogischen Programm: „Zum einen soll er dazu beitragen, etwaige Ängste vor der Institution ,Krankenhaus` zu nehmen, zum anderen wollen wir unsere Schützlinge mit wichtigen Standorten in Meschede bekannt machen“ – eine Form der Stadterkundung, die mithilft, dass sich die Älteren spätestens zum Schulbeginn umso besser vor Ort auskennen.