Dank ihrer freundlichen Art stößt Pia Bornemann (Mitte), Fachkraft im Team der Unfallchirurgie des St. Walburga-Krankenhauses, bei Kindergärten und Schulklassen rasch auf Gehör. Während des Rundgangs durch das Gebäude bekommen die von ihr begleiteten Besuchergruppen wissenswerte Informationen über die Klinik vermittelt, zusätzlich stehen in den jeweiligen Fachabteilungen Ressort-Verantwortliche mit Rat und Tat zur Seite.
"Bitte lächeln" - es ist der Abschluss einer interessanten Besichtigungstour: Im Innenhof des St. Walburga-Krankenhauses nutzen die Jungen und Mädchen aus der Bad Fredeburger St. Georg-Kindertagesstätte die Gelegenheit zum Erinnerungsfoto. Pia Bornemann (Mitte) hat an der aufgeweckten Besucherschar selbst ihre helle Freude.

Auf Erkundungstour durch das Krankenhaus: Pia Bornemann zeigt jungen Gästen die Klinik

[25.05.2014]

Sie ist kompetent, erfahren, kennt sich im St. Walburga-Krankenhaus bestens aus – und findet stets den passenden Ton. Egal, ob nun Kindergärten oder Schulklassen auf den Besichtigungstouren durch das Gebäude begleitet werden: Pia Bornemann, 26, Fachkraft im Team der Unfallchirurgie, hat die Szenerie im Griff. Altersgerecht, mit viel Gespür für die Lebenswelt der ihr nunmehr eine Stunde lang anvertrauten Gäste, vermittelt sie den Jungen und Mädchen Wissenswertes über den Betrieb am Schederweg, erläutert zudem medizinische Behandlungsschritte auf einfache, aber zutreffende Weise. Den besonderen Clou gibt’s zum krönenden Abschluss: Dann wird der in Schutzkleidung gehüllten Runde exemplarisch demonstriert, wie bei eventuellen Knochenbrüchen Gipsschienen anzulegen sind. Stolz wie Oskar tragen die Kids fortan den Verband spazieren. 

Die Aufgabe, Besucher durch die Klinik zu führen, hatte Bornemann von dem Kollegen Bert Hoffmann übernommen, der vorab für die Betreuung zuständig gewesen war. „Als man mir anbot, seine Nachfolgerin zu werden“, berichtet sie, „habe ich mir gewisse Finessen bei ihm abgeschaut.“ Der Rest? Zum einen persönliche Intuition, zum anderen die notwendige Portion Einfühlungsvermögen: „Ich überlegte mir, was mich wohl in der Situation interessieren würde, stellte dementsprechend das Programm zusammen.“

Zusätzliche Hinweise

So zählt u.a. der Kreißsaal, die Liegendanfahrt, Großküche plus Lebensmittel-Lager oder auch der Kraftraum zu den unverzichtbaren Stationen der Vor-Ort-Termine. Dort bekommen die Kleinen alles gezeigt, dürfen sich in Ruhe umsehen. Außerdem stehen Bornemann - je nach Abteilung - Ressort-Verantwortliche mit zusätzlichen, wichtigen Hinweisen zur Seite. Wenn es die internen Abläufe erlauben, wird die Ambulanz ebenfalls inspiziert.

Aber: Der Blick in die Krankenzimmer ist tabu. „Unsere Patienten möchten rasch wieder gesund werden“, lautet die unmissverständliche Botschaft, „deshalb nehmen wir bewusst Rücksicht, wollen niemanden stören.“ Leise schleichen die Vier- bis Sechsjährigen über die Flure, verhalten sich geradezu vorbildlich. Sollte jemand doch zu unbekümmert auftrumpfen, reicht bereits ein behutsam an den Mund gelegter Zeigefinger. Ab sofort gilt es die Lautstärke zu reduzieren.

Sympathische Atmosphäre

Trotz der Routine bereitete die Mitarbeiterin ihre Rundgänge anfangs noch mit emsiger Akribie vor: „Da beschaffte ich mir sämtliche erdenklichen Hintergrund-Informationen, um für Fragen gewappnet zu sein.“ Inzwischen, nach circa 40 Buchungen, schüttelt sie sich die Erklärungen aus dem Ärmel - wenngleich die gewissenhafte Planung und Koordination geblieben sind. Und die Dötze? Lesen ihr jedes Wort aufmerksam von den Lippen ab. Das Einmaleins der Pädagogik brauchte die Mittzwanzigerin für den „Nebenjob“ nicht zu büffeln: „So lange liegt meine Schulzeit ja nicht zurück“, schmunzelt sie, „der Umgang mit Gruppen ist mir geläufig!“

Die freundliche, sympathische Art, mit der im aktuellen Beispiel die Schützlinge aus Bad Fredeburg empfangen werden, entlockt Gisela Vollmert, Leiterin der St. Georg-Kindertagesstätte, ein dickes Kompliment: „Pia macht das richtig toll.“ Der mit derlei Ausflügen verbundene Anspruch, etwaige Ängste vor der Institution ,Krankenhaus` gar nicht erst aufziehen zu lassen, könne somit praxisnah verwirklicht werden. Andere Kitas müssen offenbar ähnlich Gedanken hegen: Bornemanns Kalender weist immer wieder neue Anmeldungen auf.