Bei den Patienten, Besuchern sowie Beschäftigten des St. Walburga-Krankenhauses – unser Foto zeigt stellvertretend die beiden Fachkrankenpfleger Christian Wild und Bert Hoffmann (r.) – sorgen die kecken Bildgeschichten des „Rippenspreizers“ auf Anhieb für gute Laune. Bis zum 30. April 2015 sind 25 Zeichnungen aus dem umfangreichen satirischen Fundus des bekannten Cartoonisten im Foyer der Kreisstadt-Klinik zu sehen.

Achtung Satire: "Rippenspreizer" sorgt mit flotten Cartoons für muntere Stimmung

[17.03.2015]

Es sind 25 frische, farbenfrohe  Exponate. Eines witziger als das andere. Und zum hintergründigen Schmunzeln – bisweilen gar zum herzhaften Losprusten – verleiten die Illustrationen allemal. Kostprobe gefällig? „Herr Doktor, Herr Doktor, ich habe jeden Morgen um 5 Uhr Stuhlgang!“ Antwort: „Das ist doch nicht schlimm.“ Darauf die kleinlaute Entgegnung: „Aber ich stehe erst um 6 Uhr auf!“  Derlei amüsante Sprechblasen sind charakteristisch für ihn, den Mann mit dem  flotten, markanten Federstrich. Unter dem Pseudonym „Rippenspreizer“  - ein Instrumentarium aus dem chirurgischen Bereich – zählt Daniel Lüdeling, Urheber der spaßigen Abhandlungen, zu den bekannten  Cartoonisten dieser Republik. Eine Auswahl des inzwischen weit über 2000 Vorlagen umfassenden OEuvres ist jetzt bis zum 30. April 2015 in der Eingangshalle des St. Walburga-Krankenhauses zu besichtigen.

Sein bevorzugtes Thema: das Gesundheitswesen. Was er in leicht-lockeren Sequenzen zu Papier bringt, sind Szenen aus bundesdeutschen Behandlungszimmern, Wortwechsel zwischen Ärzten, mittendrin typische Erlebnisse von Sanitätern und Patienten. Auf den ersten Blick alltägliche Episoden. Doch bei Lüdeling geraten derlei Interaktionen stets zur munteren, immer unterhaltsamen Persiflage – kombiniert um manch forschen Seitenhieb auf das Genre schlechthin. Denn ihm, dem bekennenden Satiriker, entgeht nichts und niemand, menschliche Schwächen am allerwenigsten.

Frotzelnder Unterton

Aber stopp – richtig vorgeführt oder gar bloßgestellt wird da keiner. Nein, Humor und Ironie sind für ihn vielmehr Mittel zum Zweck – der Anreiz, um durch die Kunstform der Karikatur dem Klinik-Milieu auf erheiternde Weise den Spiegel vorzuhalten: charmant, geistreich, fantasievoll. Auch wenn der frotzelnde Unterton nie schwindet.

Der 41-Jährige kennt sich deshalb in dem Metier bestens aus, da er selbst als Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin tätig ist. So basieren die Arbeiten einerseits auf persönlichen Erfahrungen aus dem eigenen Berufsleben, andererseits steuern immer wieder Freunde, Kollegen, Bekannte anregende Ideen für die originellen Bildgeschichten bei.

Fröhliches Lächeln

Wie alles anfing? Lüdeling wurde gerade vierzehn, als die neugegründete Schülerzeitschrift seiner Heimatstadt Gütersloh einen Zeichner suchte – und der Pennäler prompt den Zuschlag erhielt. Mit Beginn des Zivildienstes bzw. des Studiums kristallisierte sich zunehmend seine Vorliebe für medizinisch geprägte Motive heraus.

Dass die gegenwärtige Werkschau vortrefflich ins eigene Haus passt, betont unterdes Geschäftsführerin Anja Rapos: „Mit der Reihe wird auf Anhieb gute Laune verbreitet. Es spricht für sich, wenn das Publikum nach dem Betrachten der Cartoons fröhlich lächelnd weiterzieht.“ Im Foyer am Schederweg sollen solche Reaktionen momentan häufiger zu beobachten sein . . .