Die Mitschwestern aus dem Mescheder Krankenhaus-Konvent freuen sich mit ihr: Am Sonntag, 13. September 2015, feiert Schwester Isidora (vorne, sitzend) den 70. Jahrestag der Ersten Profess.

70 Jahre Engagement im Dienst am Nächsten: Großer Ehrentag für Schwester Isidora

[12.09.2015]

Sie muss nicht lange überlegen. Befragt nach dem persönlichen Leitsatz, hat Schwester M. Isidora, Mitglied im örtlichen Krankenhaus-Konvent der  Clemensschwestern, rasch die passende Losung  parat: „Ohne Gottes Hilfe“, lautet die Antwort, „gelingt der Alltag nicht.“ Ja – der Ordensfrau war bislang ein erfüllter, obendrein interessanter Lebensweg vergönnt, umso zufriedener fällt deshalb der Rückblick auf die einzelnen Abschnitte aus: „Der Herr meinte es gut mit mir.“ Am 13. September 2015  möchte sie für das ihr ermöglichte segensreiche Wirken in besonderer Weise Dank sagen: Dann jährt sich zum 70. Mal  jenes öffentliche Versprechen, mit dem einst die Gelübde abgelegt wurden.

Ein Ereignis, das jetzt in Erinnerung an die Erste Profess feierlich begangen wird: So beginnt der Ehrentag mit einem Festhochamt in der Klinik-Kapelle, zelebriert wird der Gottesdienst von Abt Aloysius OSB sowie den beiden Pfarrern Johannes Sprenger und Ernst Harnacke. Die Gelegenheit, der Jubilarin zu gratulieren, gibt’s hernach –  während eines offiziellen Empfangs. Zu den weiteren Programmpunkten gehören die gemeinsame Mittagsmahlzeit sowie eine gemütliche Kaffeerunde, überdies darf sie sich auf einige Überraschungen freuen. Nach der  Vesper, an der auch eine Gruppe der Benediktiner aktiv teilnimmt, klingt der Abend bei einem geselligen Essen aus.         

Gewissenhafte Archivarin

Geboren am 24. Januar 1920, lernte die Älteste von elf Kindern bei der Einkleidung ihrer Cousine, der späteren Schwester Radegund, die Gemeinschaft der Clemensschwestern näher kennen. Beeindruckt von derem  sozialen Engagement, konnte die Fredeburgerin anfangs im Küchenteam der heutigen LWL-Klinik Münster mitarbeiten, bevor sie im Februar 1943 selbst dem Orden beitrat. Nach der beendeten Ausbildung zur Krankenpflegerin übertrug man ihr gleich häufiger die  Stationsleitung, ab 1960 war sie u.a. für Hospitäler in Millingen, Neubeckum oder Hopsten (bei Rheine) tätig – nunmehr als Oberin. Alles Aufgaben, die Schwester Isidora im Dienst am Menschen verantwortungsbewusst ausfüllte.

Mit Führungspositionen vertraut, stand sie seit Ende der Siebziger an der Spitze eines kirchlichen Altenheims in Dinslaken. Und bestimmte dessen Geschicke 17 Jahre lang bravourös – mit Durchsetzungsfähigkeit und Tatkraft einerseits, Umsicht und  Einfühlungsvermögen andererseits. Die Zusatz-Qualifikation war zuvor am Paderborner Meinwerk-Institut erworben worden. Im Alter von 76 kehrte die Sauerländerin  schließlich in die Heimat zurück, kümmerte sich im Mescheder Seniorenzentrum St. Elisabeth fortan liebevoll um die seelsorgerische Betreuung der dortigen Bewohner. „Nebenbei“ wurde von ihr, der gewissenhaften Archivarin, die Chronik des Ordens auf den jeweils neuesten Stand gebracht.  

Seit dem 1. Oktober 2014 lebt sie in Haus Hildegard, fühlt sich hier, im Kreis der Mitschwestern, sehr wohl. Die wiederum sind stets erstaunt, wie aufmerksam die Mittneunzigerin das aktuelle Zeitgeschehen verfolgt: „Sie kennt sich exzellent in der Weltgeschichte aus“, lobt Oberin Schwester Irmlinde, „ist recht belesen, weiß daher die Dinge bestens zuzuordnen.“