Das St. Walburga-Krankenhaus ist Mitorganisator der seit dem Jahr 2010 regelmäßig initiierten Hospiz- und Palliativtage - eine Gesprächsreihe mit ambitioniertem Programm. Sie wendet sich gezielt an Betroffene sowie deren Familien, darüber hinaus sind Multiplikatoren aus sozialen Berufen, aber auch interessierte Zuhörer eingeladen.

6. Mescheder Hospiz- und Palliativtag: Referenten greifen sensible Themen auf

[08.10.2015]

Es sind sensible Themen, die während der dreistündigen Veranstaltung zur Sprache kommen  – Themen, über die unsere Gesellschaft ansonsten nur ungern redet: Was ist zu tun, wenn Schwerkranke auf ihrem letzten Lebensweg angekommen sind? Wie lässt sich für sie ein größtmögliches Maß an Würde verwirklichen – und welche Hilfe können Angehörige leisten? Alles Aspekte, über die es mit der gebotenen Pietät nachzudenken gilt. Dafür den passenden Rahmen zu schaffen, ist der Anspruch jenes Teams, das seit 2010 regelmäßig die Mescheder Hospiz- und Palliativtage plant. So gehört seit Anbeginn das HSK-Gesundheitsamt, der hiesige Caritasverband, die Diakonie, das regionale Palliativnetz und das St. Walburga-Krankenhaus zu den Ausrichtern. In diesem Jahr schon zum sechsten Mal anberaumt, findet der öffentliche Gedankenaustausch nunmehr am Mittwoch, 14. Oktober 2015, ab 15 Uhr im Sitzungssaal der Kreisverwaltung (Steinstraße 27) statt.

Die Reihe wendet sich gezielt an Betroffene sowie deren Familien, darüber hinaus sind Multiplikatoren aus sozialen Berufen, aber auch interessierte Zuhörer eingeladen. Bei dem Bemühen, für informativen Gesprächsstoff zu sorgen, gelingt es den Initiatoren immer wieder, ein hochkarätig besetztes Podium aufzubieten. Für das nächste Forum beispielsweise haben sie mit Dr. Michael de Ridder, Internist, Notfallmediziner und Buchautor („Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin“) einen bundesweit bekannten Fachmann gewonnen. Jemand, der sich keinesfalls scheut, „heiße Eisen“ anzupacken. „Jenseits der Palliativmedizin – ist der ärztlich assistierte Suizid ethisch vertretbar“, lautet der Titel des Vortrags, in dem der Gast nach Angaben der beiden Mitorganisatorinnen Ottilie Schulte und Anita Wiese detailliert begründen will, warum es eine „Normierung des Sterbeprozesses“ nicht geben darf.

Hoher Stellenwert

Wie der Vorbereitungskreis weiter berichtet, wird der Referent zudem darlegen, weshalb das Patientenwohl, zugleich die Achtung vor der Autonomie des Individuums, einen hohen Stellenwert einnehmen – Erläuterungen, mit denen de Ridder für feinfühlige, situationsbezogene Einzelfall-Abwägungen plädiert. Nicht weniger aufschlussreich: die unter der Überschrift „Sterbehilfe oder Lebensbegleitung . . . Entscheidungen am Ende des Lebens“ stehenden Ausführungen von Pfarrer Thomas Siepe, Klinik-Seelsorger in Arnsberg. Eine aktuelle Standortbestimmung der christlichen Kirche zu dieser Problematik.

Stationsleiterin Saskia Kiewel – sie gehört zum Stab der onkologischen Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses – nähert sich der finalen Phase aus praxisorientierter Perspektive. Sie erläutert ihrerseits, welche unterstützenden, obendrein Persönlichkeitsrechte beachtenden pflegerischen Möglichkeiten existieren, sollte die Flüssigkeitszufuhr eines Tages nicht mehr gelingen.

Das ambitionierte Programm bringt es mit sich, dass nach den einzelnen Blöcken bewusst Diskussionsrunden offeriert werden, um die Inhalte untereinander erörtern zu können. Der Eintritt ist frei.